Dienstag, 15. Dezember 2015

Exotenschmuggel im Umfeld von Reptilienbörse aufgedeckt

Laut diversen Medienberichten wurden während Zollfahndungen in Hamm im Umfeld der 60. TERRARISTIKA ca. 130 bedrohte Amphibien und Reptilien (darunter Blattschwanzgeckos, Chamäleons und Dornschwanzagamen) beschlagnahmt: 130 seltene Tiere in Hotelzimmer in Hamm beschlagnahmt

Die Tiere sollten laut WDR-Berichten im Umfeld der weltweit größten Reptilienbörse aus dem Hotel heraus praktisch „unter der Ladentheke“ verkauft werden. Entdeckt wurden sie, weil der Zoll mehrere Hotelzimmer von verschiedenen Händlern kontrollierte. Die beschlagnahmten Tiere stammen von einer ukrainischen Firma, gegen die nun Ermittlungen laufen. Für die Tiere fehlten die erforderlichen Papiere. Da die Ukraine kein EU-Mitgliedsstaat ist, werden nicht nur für importierte Wildfänge aus den jeweiligen Herkunftsländern, sondern auch für Nachzuchten aus diesem Land Einfuhrpapiere benötigt. Fehlen diese, ist das Tier illegal in die EU eingeführt (geschmuggelt) worden, egal ob Wildfang oder „Ukraine-Nachzucht“.
 

Sonntag, 13. Dezember 2015

Erneut Propaganda gegen Reptilienbörsen

Gestern fand im nordrhein-westfälischen Hamm mal wieder die TERRARISTIKA statt. Die TAZ berichtete bereits einen Tag zuvor von der „Reptilienmesse in Hamm: Illegal gefangen, legal verkauft“. In dem Artikel, in dem u.a. Dr. Sandra Altherr von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife e.V. zu Wort kommt, heißt es beispielsweise:
In den Hammer Zentralhallen werden an diesem Wochenende Hunderte Händler Tiere in Plastikboxen und Glaskästen anschleppen, teils verkaufen sie ihre Ware auch schon aus dem Kofferraum heruas.
Immer wieder wird der Verkauf von Reptilien und Amphibien in Plastikdosen als großer tierschutzrechtlicher Missstand dargestellt. Das funktioniert auch ganz wunderbar, weil wohl die wenigsten Leser solcher Artikel wissen, dass diese Art des Verkaufs in den Richtlinien der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz und des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz als tierschutzgerecht festgelegt ist.

Dr. Altherr kritisiert in dem Artikel, dass auf solchen Börsen oftmals illegale Wildfänge gehandelt werden würden, welche zwar in ihrem Herkunftsland geschützt sind, in Deutschland jedoch keinem Schutzstatus unterliegen und somit hierzulande legal und ohne Kontrollen gehandelt werden dürfen. Was bei solchen Aussagen jedoch verschwiegen wird, ist die Tatsache, dass viele dieser Tiere außerhalb ihres Herkunftslandes nachgezüchtet werden. Nicht jedes dieser Tiere ist ein aus seinem natürlichen Umfeld entrissenes und illegal geschmuggeltes Exemplar. Weil die Nachzucht Dank der fortschreitenden Terrarientechnik und den wachsenden Erfahrungen der Halter und Züchter immer häufiger gelingt, werden logischerweise auch immer mehr dieser Tiere auf Börsen oder im Internet angeboten.

Aber auch der Handel mit illegal aus der Natur entnommenen Tieren kommt sicherlich vereinzelt vor und es ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass Reptilienbörsen als Treffpunkt der Terrarianergemeinde als eine Art Umschlagplatz fundieren. Aber diesen Missstand kann man meines Erachtens nicht den Börsenbetreibern in die Schuhe schieben! Gäbe es keine Börsen mehr, würden sich die Treffpunkte woanders hin verlagern. Übergaben von geschmuggelten Wildfängen fänden dann dezentral auf Autobahnraststätten oder Bahnhöfen statt. Orte, an denen Naturschutzbehörden viel weniger Chancen hätten, illegale Aktivitäten aufzudecken. Ein Verbot von Reptilienbörsen, wie es die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag plant und wie es Frau Altherr fordert, würde den Handel lediglich verlagern, jedoch nicht beenden. Meiner Einschätzung nach würde der illegale Handel sogar noch lukrativer, weil der Handel mit legalen Nachzuchten mangels Börsen erschwert würde. Ich schlage nach einem Börsenverbot übrigens vor, dass sich die Schmuggler dann viermal im Jahr vor der Geschäftsstelle von Pro Wildlife treffen und dort ihre Tiere auf dem Parkplatz handeln. Vielleicht fordert Frau Altherr ja dann ein Verbot ihres eigenen Vereins?

In dem TAZ-Artikel heißt es weiter:

Darum findet Artenschützerin Altherr, die EU müsse sich die USA zum Vorbild nehmen. Dort gilt seit 1900 der Lacey-Act, nach dem es grundsätzlich untersagt ist, mit Tieren zu handeln, die aus kriminellen Machenschaften kommen. Knapp 160 Wissenschaftler und Naturschützer unterstützen Altherr bereits, sie haben einen gemeinsamen Aufruf an den zuständigen EU-Kommissar Karmenu Vella geschickt.
Hier sieht man, dass die sogenannte „Exotenhaltung“ längst nicht mehr allein auf Ebene der Bundesrepublik diskutiert wird, sondern schön längst auf EU-Ebene angekommen ist. Die EU wird in Zukunft diverse Verordnungen und Richtlinien erlassen, die unser Hobby betreffen. Eine EU-Verordnung gegen invasive, gebietsfremde Arten besteht seit Anfang 2015 und wird demnächst um eine Liste erweitert, die bereits die ersten Terrarientiere verbieten wird. Weitere Verordnungen werden folgen, da der Druck der Lobbyisten in Brüssel immer größer wird.

Im TAZ-Artikel wird natürlich auch wieder die Schlagzeile von der entflohenen Monokelkobra in Mülheim hervorgekramt, obwohl dieser Fall eigentlich nur eines zeigt: Reptilienhalter gehen in der Regel trotz fehlender Regelungen verantwortungsvoll mit ihren Tieren um, sonst würden solche spektakulären Vorfälle ständig passieren. Solange sich auf in die Jahre gekommene Schlagzeilen bezogen werden muss, kann die Situation ja gar nicht so dramatisch sein.

Abschließend heißt es in dem Artikel:

Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, beschäftigt aber vielmehr das Unspektakuläre: „Viele kaufen ein Reptil auf Börsen wie in Hamm, ohne die Konsequenzen zu bedenken. Es kann aufwändig und teuer sein kann, ein Reptil zu halten“, sagt er. Mit einem Standardterrarium sei das kaum getan. Deshalb hätten die mehr als 700 Tierschutzvereine seit 2010 rund 30.000 Reptilien aufgenommen - auch oft, ohne dafür geschult zu sein.
Treue Leser meines Blogs wissen natürlich, dass diese hohen Zahlen schlicht und ergreifend erfunden sind: Exoten, ein Problem für Tierheime?

Sonntag, 6. Dezember 2015

143. Sitzung des Deutschen Bundestages zum Thema „Tierschutz“

Nach der Veröffentlichung des Berichts über den Stand der Entwicklung des Tierschutzes 2015 (Tierschutzbericht 2015) der Bundesregierung tagte am 3. Dezember der Deutsche Bundestag und griff im Tagesordnungspunkt 3 das Thema „Tierschutz“ auf, um über den Bericht zu sprechen sowie über einen Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen „Tierschutz ernst nehmen – Tierleid verhindern“ (Drucksache 18/2616) abzustimmen.

Die Grünen forderten in ihrem Antrag u.a., dass der Bundestag beschließen solle (Originalzitat aus dem Antrag):
die gravierenden Tierschutzmissstände bei Tierbörsen zu beenden. Dafür müssen, wie im Koalitionsvertrag angekündigt, die Erlaubnisanforderungen deutlich verschärft und gewerbliche Tierbörsen für exotische Tiere sowie der Import von Wildfängen in die EU grundsätzlich untersagt werden. Der kommerzielle Handel und die Haltung von Wildtieren sind auf die Arten zu beschränken, deren Haltung aus Tier-, Natur- und Artenschutzgründen, aber auch aus Gesundheits- und Sicherheitsaspekten unbedenklich und dauerhaft zu leisten ist.
Kurz gesagt: Die Grünen forderten in ihrem Antrag die Umsetzung der geplanten Börsen- und Importverbote sowie die Einführung einer Positivliste.

Im ersten Teil der Debatte äußerten sich die Abgeordneten primär zum Tierschutzbericht der Bundesregierung und weniger zum Antrag der Grünen.

Birgit Menz (Die Linke) begrüßte in Bezug auf die Haltung von „exotischen Tieren“ das laufende Forschungsprojekt der Bundesregierung („Haltung exotischer Tiere und Wildtiere in Privathand: Situationsanalyse, Bewertung und Handlungsbedarf insbesondere unter Tierschutzgesichtspunkten“). Sie erklärte, dass die Linke eine „Rote Liste“ für Händler/innen fordere, um den Handel mit „exotischen Tieren“ einzudämmen und so zumindest diese Tiere besser zu schützen.

Ute Vogt (SPD) erklärte, dass in den ersten beiden Jahren der laufenden Legislaturperiode viele Erkenntnisse gesammelt wurden und nun in den nächsten beiden Jahren die aktive Umsetzung auf dem Plan stünde. Sie wünscht sich für Anfang 2016 die ersten Beschlüsse. Aktiver Tierschutz brauche Tatkraft und Entscheidungen, die manchen weh tun. Man müsse auch mal jemanden auf die Füße treten, um den Tierschutz zu verbessern. Die SPD will sich deswegen bei der CDU/CSU dafür einsetzen, dass das Tierschutzgesetz angepasst wird.

Anmerkung: Frau Vogt forderte auf verschiedenen Veranstaltungen ebenfalls die Einführung einer Positivliste, die sie an das Tierschutzgesetz angliedern möchte. Mit der von der SPD geplanten Novellierung des Tierschutzgesetzes ist also u.a. die Einführung einer solchen Positivliste geplant!

Nicole Maisch (Bündnis 90/Die Grünen) kritisierte den zuständigen Bundesminister Christian Schmidt, dass er das Tierschutzgesetz nicht anfassen möchte, weil dann die lästigen Tierschützer unbequeme Anfragen stellen würden. Sie kritisierte außerdem, dass das Verbot von Tierbörsen mit „exotischen Tieren“ nicht umgesetzt wird und der Minister dies offenbar auch gar nicht möchte. Das laufende Forschungsprojekt bis kurz vor der nächsten Bundestagswahl bezeichnete sie als sehr hart an der Grenze zur Arbeitsverweigerung und erntete für ihre Brandrede frenetischen Applaus von ihrer Fraktion.

Dieter Stier (CDU/CSU) war danach regelrecht erschrocken über die Aggressivität von Frau Maisch beim Thema Tierschutz und brachte die Diskussion wieder auf ein sachliches Niveau.

Dr. Karin Thissen (SPD) äußerte sich zum Antrag der Grünen und kritisierte die Formulierung „die Würde der Tiere zu verbessern“. Sie bezeichnete dies als anthropozentrischen Tierschutz und findet es grenzwertig, den Begriff der Menschenwürde auf Tiere zu übertragen. In einer Zwischenfrage stellte Frau Maisch dar, dass es für die Grünen einen Unterschied zwischen „Menschenwürde“ und der „Würde als Tier“ gäbe und sich die Grünen gegen solche Behauptungen verwehren würden. Dr. Thissen betonte, dass sie als Tierärztin beim Thema Tierschutz immer von einem wissenschaftlichen Tierschutz spricht und der Devise folgt „Wissen schützt Tiere“.

Franz-Josef Holzenkamp (CDU/CSU) betonte, dass die Kontrolle der Haltung (von Wildtieren im Zirkus) vollkommen richtig ist, dass willkürliche Verbote dies jedoch nicht sind. Die CDU/CSU verbietet nicht willkürlich, sondern schafft praktikable Lösungen.

Im Anschluss an die Debatte wurde über den Antrag der Grünen abgestimmt, der von der Bundesregierung abgelehnt wurde (die Linke enthielt sich).

Die 143. Plenarsitzung zum TOP Tierschutz kann in voller Länge hier angesehen werden: http://www.bundestag.de/mediathek/?isLinkCallPlenar=1&action=search&contentArea=details&ids=6244249&instance=m187&categorie=Plenarsitzung&mask=search

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Bauen Reptilien eine Beziehung zu ihrem Pfleger auf?

Als Reptilienhalter muss man sich manchmal die Frage stellen lassen, warum man überhaupt solche Tiere pflegt, die dem Volksmund nach im Gegensatz zu Hunden keinerlei Beziehung zu ihrem Besitzer aufbauen. Wie ich schon mal in meinem Beitrag „Scheißhausparolen gegen die Exotenhaltung“ erklärt habe, sind Reptilien aufgrund ihrer evolutionär bedingt beschränkten kognitiven Fähigkeiten wohl nicht in der Lage, sich selbst als Individuum zu begreifen. Aus diesem Grund sind sie logischerweise auch nicht fähig, den Menschen als Individuum zu erkennen und zu ihm eine soziale Beziehung aufzubauen. Reptilien sind deswegen zwar primär Beobachtungstiere zu denen man tatsächlich niemals eine vergleichbare Rudel- oder Alphatier-Beziehung wie zu Hunden aufbauen kann und die man auch nicht auf Kommandos dressieren kann, dennoch bauen viele Reptilien sehr wohl eine Art Verbindung zu ihrem Halter auf.

Diese Verbindung zwischen Mensch und Reptil beruht allerdings nicht primär auf dem Erkennen und „Liebenlernen“ des Menschen oder gar das Akzeptieren des Menschen als Teil des eigenen Rudels, sondern beruht auf der Gewöhnung des Reptils an den Menschen und seine Verhaltensweisen. Leben mehrere Personen in einem Haushalt, in dem auch Reptilien gepflegt werden, und eine dieser Personen versorgt primär die Reptilien, erkennen die Tiere diese Person und erlernen durch die andauernde Gewöhnung mit der Zeit das Verhalten ihres Pflegers einzuschätzen, was dazu führt, dass sie sich ihm gegenüber irgendwann zutraulicher verhalten.

Auch bestimmte Abläufe des Alltags werden auf diesem Wege von vielen Reptilien in menschlicher Obhut erlernt. Aus meiner eigenen Praxis kann ich berichten, dass beispielsweise meine Strumpfbandnattern (Thamnophis sirtalis concinnus) erkennen, ob ich sie füttern möchte oder ob mich aus einem anderen Grund ihrem Terrarium nähere. Wahrscheinlich erkennen die Tiere meine typischen Bewegungsmuster vor der Fütterung (vorbereiten der Futterboxen und des Fütterungsbestecks). Ähnliche Verhaltensweisen kann ich auch von diversen anderen Reptilien berichten.

Die Gewöhnung an Berührungen spielt ebenfalls eine Rolle bei der Mensch-Tier-Beziehung. Während Jungtiere oder auch neu angeschaffte ältere Exemplare zunächst eher scheu oder mit Abwehrverhalten auf den direkten Kontakt reagieren, lässt dieses Verhalten mit der Zeit nach. Erklärt werden kann dies damit, dass sich die Tiere mit der Zeit an die individuelle Art und Weise der Berührung durch ihren Pfleger gewöhnen, diese nicht mehr als Bedrohung interpretieren und deswegen dulden. Eine innige Beziehung in der die Reptilien solche Berührungen genießen, wie es z.B. hochentwickelte soziale Heimtiere wie Hunde tun, wird jedoch nicht erreicht. Dennoch lässt sich erkennen, dass Reptilien entspannter auf den Kontakt zu ihrem Pfleger reagieren, als wenn ein Fremder versucht sie zu berühren.

Ähnliches habe ich auch schon von Giftschlangenhaltern gehört, wobei es dabei natürlich nicht um das Dulden von Berührungen ging, sondern um das Verhalten gegenüber eines Menschen, der sich dem Terrarium näherte. Während der Pfleger zumeist ignoriert wird, reagieren viele dieser Tiere unruhig, wenn sich ein Fremder nähert. Diese unterschiedlichen Verhaltensweisen gegenüber verschiedenen Personen lassen sich ebenfalls auf den Gewöhnungseffekt zurückführen.

Wenn man als Reptilienhalter also nach Hause kommt und die Bartagamen oder Leopardgeckos kommen freudig an die Frontscheibe des Terrariums, hat das nichts damit zu tun, dass die Tiere aufgrund einer emotionalen Bindung tatsächlich Freude empfinden, sondern weil sie sich an die Verhaltensweisen ihres Pflegers gewöhnt haben und sein Erscheinen z.B. mit Futtergabe verbinden. Das ist zwar auch eine Art von Beziehung, jedoch emotional eine ziemlich einseitige.
 

Dienstag, 17. November 2015

Brauchen wir ein Heimtierschutzgesetz?


Die Tierschutz... oh pardon... Tierrechtsorganisation PETA Deutschland fordert schon seit geraumer Zeit die Einführung eines sogenannten „Heimtierschutzgesetzes“. Man soll die Wahnvorstellungen von irregeleiteten Leuten zwar nicht dadurch bestärken, indem man ihnen Aufmerksamkeit schenkt, dennoch ist es ganz interessant, sich einmal mit dieser Thematik zu befassen. Um die Falschaussagen von PETA in Bezug auf die Terraristik soll es an dieser Stelle mal nicht primär gehen. Wer sich mit fundierten Fakten darüber informieren möchte, dem sei diese Seite empfohlen: http://www.lestat-exoten.de/gegen-exotenhaltung

PETA Deutschland fordert ein Heimtierschutzgesetz mit folgenden Punkten:
· Haltungsverordnung für alle „Heimtiere“
· Gruppenhaltung soziallebender Arten (Kaninchen, Vögel, etc.)
· Einführung eines Hundeführerscheins für Hundehalter
· Kastrationspflicht für alle geschlechtsreifen Tiere, die unkontrolliert ins Freie gelassen werden
· Verbot der Wildtierhaltung in Privathaushalten und damit verbunden das Verbot von "Exotenbörsen"
· Verbot von Vogelbörsen und -ausstellungen
· Massive Eindämmung der Zucht aller „Heimtiere“
· Verbot von „Qualzuchten“
· Verkaufsverbot von Tieren im Zoohandel
· Ausbildungsverordnung für Mitarbeiter des Zoohandels
· Verbot für Jäger, tierische Mitbewohner abzuschießen
Quelle: PETA Deutschland fordert ein Heimtierschutzgesetz

Haltungsverordnung für alle „Heimtiere“
Wer die in einer derartigen Haltungsverordnung festgelegten Haltungsbedingungen definieren soll, wird von PETA nicht verraten. Grundsätzlich ist diese Forderung aber durchaus sinnvoll, solange die Vorgaben an eine Haltung auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen und nicht auf einer verwirrten Tierrechtsideologie. Mit der Tierschutz-Hundeverordnung (TierSchHuV) existieren neben dem Tierschutzgesetz bereits einheitliche Vorschriften für die Hundehaltung. Das damalige Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat außerdem ein Gutachten über die Mindesthaltungsrichtlinien von Reptilien erstellt, welches zwar keinen gesetzlichen Charakter hat, jedoch auf einer Ermächtigung des Tierschutzgesetzes beruht und somit trotzdem eine vergleichbare Verbindlichkeit besitzt. Gleiches gilt für das Gutachten über die Anforderungen an die Haltung von Zierfischen, das Gutachten der Sachverständigengruppe über die tierschutzgerechte Haltung von Vögeln, von Papageien sowie von Greifvögeln und Eulen usw.

Sicherlich gibt es bei diesen Gutachten immer Möglichkeiten für Verbesserungen. Im Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren tauchen klassische „Haustiere“ wie z.B. Hauskatzen seltsamerweise gar nicht auf. Hier besteht durchaus dringender Nachholbedarf, weil Katzen die häufigsten Tiere in menschlicher Obhut sind und daher dort auch die meisten Tierschutzprobleme auftreten. Abgesehen davon ist die erste Forderung von PETA bereits durch die Ermächtigung des BMEL im Tierschutzgesetz erfüllt.

Gruppenhaltung soziallebender Arten (Kaninchen, Vögel, etc.)
Diese Forderung wird durch das Tierschutzgesetz und die o.g. Gutachten bereits bei den meisten Heimtieren erfüllt. Nachholbedarf gibt es in diesem Punkt aber sicherlich bei der Hundehaltung. Hunde sind ebenfalls soziale Rudeltiere, die den Menschen als Ersatz-Alphatier vorgesetzt bekommen und ein Leben in einem für sie unnatürlichen Lebensraum ertragen müssen, statt mit echten Artgenossen ein artgerechtes Leben führen zu können. PETA beruft sich gerne auf die Domestikation, die jedoch ein fortschreitender Prozess ist, bei keinem sog. „Haustier“ endgültig abgeschlossen ist und letztlich den größten Tierrechtsverstoß aller Zeiten darstellt.

Einführung eines Hundeführerscheins für Hundehalter
Diese Forderung wird von mit unterstützt. Mein eigenes Bundesland Niedersachsen hat in diesem Punkt eine gelungene Regelung entwickelt, welches Vorbildcharakter hat. Verantwortungsvolle Hundehalter hätten nichts zu befürchten. Wie mir jedoch solche Hundehalter bereits bestätigt haben, stehen sie selbst häufig in der Kritik von Tierrechtsaktivisten, die z.B. das Führen von Hunden an Leinen durch den öffentlichen Raum oder die Hundeerziehung als Eingriffe in die Freiheitsrechte des Tieres empfinden und mit ihren eigenen Hunden die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährden. Diese verantwortungslosen und von Tierrechtsorganisationen in die Irre geführten Hundehalter sind die ersten, die nach der Umsetzung dieser Forderung die größten Probleme bekämen. Und das ist auch gut so!

Kastrationspflicht für alle geschlechtsreifen Tiere, die unkontrolliert ins Freie gelassen werden
Diese Forderung ist verantwortungslos! PETA befürwortet offensichtlich die Gefährdung einheimischer Arten sowie der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Heim- und Haustiere haben schlicht und ergreifend ohne Aufsicht und direkte Eingriffsmöglichkeit nichts im Freien zu suchen, weil sie dort nicht nur selbst in Gefahr geraten, sondern regelmäßig schwere Verkehrsunfälle auslösen und geschützte einheimische Arten dezimieren.

Dabei ist es doch eigentlich ganz einfach: Wenn ein Tier in der Gefangenschaftshaltung nicht so gehalten werden kann, dass es eben nicht den Drang nach Freiheit verspürt, dann müssen entweder die Haltungsbedingungen angepasst werden, damit sich das Tier nicht mehr unfrei fühlt, oder aber der Halter muss von der Haltung dieses Tieres Abstand nehmen.

Verbot der Wildtierhaltung in Privathaushalten und damit verbunden das Verbot von "Exotenbörsen"
Hier müsste man zunächst den Begriff „Wildtier“ definieren. Sind damit aus der Natur entnommene Tiere gemeint? Oder alle Tiere, die bei PETA als nicht domestiziert gelten? In diesem Fall habe ich eine schlechte Nachricht: Hunde, Katzen und Pferde sind auch nicht domestiziert! Sie befinden sich nur länger in Domestikation als andere Tiere. Doch die Übergänge sind fließend. Hauskatzen stammen genetisch aus Nordafrika und ihre Domestikation begann in Vorderasien. Sie sind somit auch exotisch. Wenn Katzen erkranken, verhalten sie sich wie Wildtiere und verkriechen sich zum Sterben lieber, statt ihr Unwohlsein zu offenbaren. Hunde drehen sich vor dem Schlafengehen im Kreis, um das Gras an ihrem Schlafplatz platt zu treten, obwohl sie sich auf einer Decke oder in einem Körbchen befinden. Und Pferde, die ein paar Wochen ohne Menscheneinfluss auf einer Weide gehalten werden, entwickeln wieder ihre natürliche Fluchtdistanz. Von einer abgeschlossenen Domestikation kann also keine Rede sein, weswegen sich diese Tiere nicht von anderen Wildtieren unterscheiden, die sich erst seit ein paar Generationen in menschlicher Obhut befinden. Ein Verbot der Wildtierhaltung müsste auch die Haltung von Hunden, Katzen und Pferden einschließen, die sich zwar seit einiger Zeit in Domestikation befinden, die jedoch nicht als domestiziert anzusehen sind.

Verbot von Vogelbörsen und -ausstellungen
In Bezug auf die Vogelhaltung verhält es sich wie mit jeder anderen Tierhaltung: Wer die jeweilige Spezies so halten kann, dass ihr keine Schmerzen, Leiden oder andere Schäden zugefügt werden, der sollte dies auch tun dürfen. Vögeln kann man ebenfalls künstliche Haltungsbedingungen bieten, welche die Anforderungen an eine artgerechte Haltung erfüllen (also eine Haltung, in der sich die Tiere nicht unfrei fühlen). Bei manchen Arten ist das sicherlich aufwendiger als bei anderen, aber die notwendige Sachkunde vorausgesetzt, ist es nicht unmöglich.

Massive Eindämmung der Zucht aller „Heimtiere“
Verbot von „Qualzuchten“

In diesem Punkt bin ich mit PETA durchaus einer Meinung. Egal ob nun Qual- und Massenzuchten bei Hunden, Katzen oder Reptilien – ich sehe diese Praktiken ebenfalls kritisch. Doch um diese Sache zu regeln, bräuchte man kein „Heimtierschutzgesetz“, sondern eher eine Art „Heimtierzuchtgesetz“. Denkbar wäre auch eine Änderung des § 22 Tier-LMHV und damit die Zulassung von Hunde- und Katzenfleisch als Lebensmittel, um einerseits die Tierheime und andererseits die Massentierhaltung zu entlasten. Das wäre doch eine Win-win-Situation für alle Beteiligten. Falls es für diese Art von Kost hierzulande Abneigungen gibt, bliebe schließlich immer noch der Export nach Asien.

Verkaufsverbot von Tieren im Zoohandel
Ausbildungsverordnung für Mitarbeiter des Zoohandels
Ein Verbot es Verkaufs von Tieren im unqualifizierten Zoohandel wird von mir unterstützt, weil ich selbst dort bereits eklatante Missstände erlebt habe. Dem kann man jedoch mit der Vermittlung von Fachkunde begegnen, was ja erst letztes Jahr durch eine Änderung des Tierschutzgesetzes (zumindest auf dem Papier) umgesetzt wurde: Neue Auflagen für gewerblichen Tierhandel nach § 11 TierSchG

Ein generelles Verbot des Zoofachhandels würde (ebenso wie Verbote von Tierbörsen) den Handel ins Internet verlagern, wo die Übergabe von Tieren dann z.B. auf Parkplätzen oder Bahnhöfen vonstattenginge. Dort natürlich ohne jegliche Fachberatung. Ist das die Zukunft, die PETA sich wünscht?

Verbot für Jäger, tierische Mitbewohner abzuschießen
In diesem Punkt werden die Emotionen der Tierhalter geweckt, die es grausam finden, wenn ihre Tierchen, die sie verantwortungslos ohne Aufsicht in die Natur entlassen, zum Schutz der einheimischen Artenvielfalt erschossen werden. Damit machen es sich die Halter aber sehr leicht. Das Wohlergehen der einheimischen Wildtierarten ist diesen Haustierhaltern offensichtlich egal. Der niedliche Stubentiger wird schon nichts anstellen. Leider falsch gedacht. Streunende Heimtiere sind ein negativer Einfluss des Menschen auf die Artenvielfalt, den es zu unterbinden gilt. Nicht nur durch Kastrationspflicht sondern auch durch aktive Bejagung und ein deutliches Verbot solcher Freigänge per Gesetz. Die Hauskatze hat den höchsten negativen Einfluss auf Arten von der Roten Liste und muss ebenso wie andere Alien Species aus unserer Natur entfernt werden. Ich schleppe doch nicht regelmäßig im Frühjahr Amphibien über die Straßen, damit sie wenig später als Mitbringsel von irgendwelchen „Freigängern“ auf irgendeiner Fußmatte abgelegt werden.

Aber vielleicht sehe ich das ja auch zu verbissen... Vielleicht sollte ich meine Schlangen und Spinnen einfach mit Peilsendern ausstatten, ihnen täglich ein paar Stunden „Freigang“ gewähren und sie danach wieder einfangen. Ist ja offenbar in Ordnung.

Fazit:
Brauchen wir ein Heimtierschutzgesetz? Nein, weil wir mit dem Tierschutzgesetz und den daran angegliederten Verordnungen sowie Gutachten bereits alle Werkzeuge besitzen, um den Tierschutz in Deutschland zu optimieren.

Aber geht es PETA überhaupt um Tierschutz? Geht es PETA um den schnellen Groschen jetzt zur Vorweihnachtszeit? Oder steckt da vielleicht sogar noch mehr dahinter? Wer würde letztlich von diesem Heimtierschutzgesetz profitieren? Natürlich illegale Händler auf dem Schwarzmarkt. Bereits jetzt sorgen mafiöse Strukturen dafür, dass Welpen aus Osteuropa über Internetinserate an gutgläubige Tierfreunde verschachert werden. Bereits jetzt karren sogenannte „Tierschutzorganisationen“ mitleiderregende Tierschutzfälle aus Ost- und Südeuropa nach Deutschland. Die örtlichen Tierheime in diesen Ländern liegen jedoch oftmals selbst in den Händen des organisierten Verbrechens. Wie kann ein Import von weiteren Tierheimtieren gerechtfertigt werden, solange unsere eigenen Tierheime überquellen? Wäre nicht zuerst einmal ein Verbot dieser Importe sinnvoll? Und welche Rolle spielen dubiose Tierrechtsorganisationen und ihre durchaus bewundernswerte Propagandamaschinerie dabei?

Fragen, über deren Antworten wir wohl leider nur spekulieren können. Ich weiß nur eines sicher: Lieber bringe ich mich durch eigene, ehrliche, ehrenamtliche Arbeit beim Tierschutz vor Ort ein, statt eine intransparente Organisation zu unterstützen, vor der die Stiftung Warentest warnt.
 

Freitag, 13. November 2015

Hohe Sterblichkeit von Reptilien in menschlicher Obhut widerlegt

Am 10. November 2015 wurde ein Artikel von ROBINSON et al. mit dem Titel „Captive Reptile Mortality Rates in the Home and Implications for the Wildlife Trade“ veröffentlicht. Darin werden die Ergebnisse einer Studie dargestellt, welche sich mit der Mortalität von in menschlicher Obhut gehaltenen Reptilien beschäftigt. Tierschutz- und Tierrechtsvereine mutmaßen häufig über eine extrem hohe Sterblichkeit dieser Tiere, um ein generelles Haltungsverbot auf politischer Ebene durchzusetzen. Wissenschaftliche Erhebungen zur Untermauerung liefern diese Vereine jedoch nicht. Stattdessen werden lediglich die in mehreren Beobachtungen der Universität Leipzig ermittelten mangelhaften Haltungsbedingungen von bereits erkrankten Reptilien auf den gesamten Reptilienbestand in Privathand übertragen. Dieses Vorgehen ist jedoch unwissenschaftlich, da die Erkenntnisse der Uni Leipzig keinerlei Rückschlüsse auf den gesamten Reptilienbestand zulassen, weil natürlich der Anteil der schlecht gehaltenen Reptilien in Tierarztpraxen deutlich höher ist als bei Haltern, die mit ihren gesunden Tieren so gut wie niemals zum Tierarzt müssen und die somit in diesen Studien gar nicht beachtet wurden.

Umso wichtiger sind die Ergebnisse der nun vorliegenden Studie von ROBINSON et al. Die Autoren schreiben, dass es sich ihren Kenntnissen nach um die erste Erhebung dieser Art bei in menschlicher Obhut gehaltenen Reptilien handelt, die detailliert die Sterblichkeitsrate verschiedener Reptiliengruppen betrachtet. Die Ergebnisse sollen bei der anhaltenden Debatte über die Regelung des Handels und der Haltung von Reptilien aufklärenden Charakter haben:

Innerhalb des ersten Jahres nach Erwerb starben 3,6 % der in menschlicher Obhut gehaltenen Reptilien (Schlangen, Schildkröten und Echsen). Die niedrigste Mortalität im ersten Haltungsjahr wurde bei Boas und Pythons mit 1,9 % festgestellt, die höchste Sterberate mit 28,2 % wurde bei Chamäleons ermittelt. Bei den Schlangen, Echsen und Schildkröten, die bereits über 5 Jahre in menschlicher Obhut gehalten wurden, handelte es sich größtenteils um Nachzuchten, weswegen die Autoren davon ausgehen, dass die niedrige Mortalitätsrate dieser Tiere darin begründet liegt.

Mit diesen Ergebnissen lässt sich erneut ganz objektiv und nüchtern die Aussage der Tierhaltungsgegner entkräften, dass der Großteil der in menschlicher Obhut gehaltenen Reptilien das erste Jahr nicht überlebt. Die Mortalität in Höhe von 28,2 % bei Chamäleons ist zwar sicherlich nicht schön und sollte die Ansicht vieler Experten untermauern, dass Chamäleons (bis auf wenige Ausnahmen) nur etwas für die Profis innerhalb der Terraristik sind, dennoch zeigen die restlichen Ergebnisse eindeutig, dass sich Reptilien in unseren Breiten problemlos lange und somit gesund in menschlicher Obhut halten lassen. Insbesondere dann, wenn es sich um Nachzuchten handelt. Der Anteil an aus der Natur entnommenen Tieren lag bei fast allen Reptilien unter 10 %. Lediglich bei Skinken (11,1 %), Leguanen (15,2 %) und anderen Echsen (20,0 %) außer Chamäleons, Geckos, Tejus und Agamen lag der Anteil an Naturentnahmen höher. Dies widerlegt ganz nebenbei auch noch die Aussage der Tierhaltungsgegner, dass der Großteil der in menschlicher Obhut gehaltenen Reptilien aus der Natur entrissen wurde.

ROBINSON et al. setzen ihre Ergebnisse auch in Relation zu den Ergebnissen einer Studie von PIKE et al., in der die Überlebensrate von Reptilien in freier Wildbahn erforscht wurde. Bei Echsen in freier Wildbahn lag die Überlebensquote bei gerade einmal etwa 38 %, bei Schlangen bei rund 64 % und bei Schildkröten bei rund 88 %. Demnach liegt die Überlebensrate bei Reptilien in menschlicher Obhut höher als bei Reptilien in freier Natur!

Nicht zuletzt zitieren die Autoren auch noch eine Studie von NEW et al. laut der in den Vereinigten Staaten von Amerika schätzungsweise 8,3 % bzw. 7,9 % der Katzen und Hunde innerhalb eines Jahres (1996) starben. Pauschal gesagt haben also Hunde und Katzen eine höhere Mortalität im ersten Haltungsjahr als Reptilien!


Literatur:
Janine E. Robinson, Freya A. V. St. John, Richard A. Griffiths, David L. Roberts; Captive Reptile Mortality Rates in the Home and Implications for the Wildlife Trade; 2015

Pike DA, Pizzatto L, Pike BA, Shine R.; Estimating the survival rates of uncatchable animals: the myth of high juvenile mortality in reptiles; 2008

New JJC, Kelch WJ, Hutchison JM, Salman MD, King M, Scarlett JM, et al.; Birth and death rate estimates of cats and dogs in US households and related factors; 2004

Sonntag, 8. November 2015

Messe „MEIN TIER 2015“ in Oldenburg

Am 7. und 8. November fand in Oldenburg die 21. „MEIN TIER“ statt, auf der neben diversen Haus- und Nutztieren auch Heimtiere aus dem Bereich der Vivaristik dem interessierten Publikum vorgestellt wurden.

Der Schwerpunkt der Messe lag eindeutig auf der Hundehaltung. Die Halle für die Katzen war hingegen ähnlich gut versteckt, wie der Gefahrtierraum auf der TERRARISTIKA Hamm. Nun ja, was das Gefahrenpotential von Katzen betrifft, war dies natürlich durchaus sinnvoll. Und wenn wir gerade Vergleiche ziehen: Während sogenannte „Tierschutzvereine“ in den Medien die Unterbringung von Reptilien und Amphibien in Transportbeuteln und Plastikdosen als Verstoß gegen das Tierschutzgesetz verkaufen (was Unsinn ist, da selbst die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. diese Art des Tierverkaufs als tierschutzkonform definiert) und neben Börsenverboten gleich auch noch strikte Haltungsverbote fordern, habe ich noch nie eine Pressemeldung von PETA, Pro Wildlife und Co. gelesen, in der die Einzelhaltung von Herdenfluchttieren in engen und dreckigen „Boxen“ auf Veranstaltungen mit einem hohen Besucheraufkommen verteufelt wurde:
 
 
Tja, die Haltung von edlen Großsäugern ist schließlich ein gesellschaftsfähiges Hobby, wo man über Tierschutz oder Gefahrenpotential ruhig mal hinwegsehen kann. In der Pferdehalle war es für mich besonders amüsant mit anzusehen, wie ein Kleinkind einen Luftballon auf den stellenweise mit Tierexkrementen „geschmückten“ Boden fallen ließ, aufhob und an ihm herumlutschte, während die Mutter mit einem „Was für prächtige Tiere“ jauchzend vor den Pferdeboxen stand. Vielleicht führt die Politik ja bald auch mal einen Sachkundenachweis für die Kinderhaltung ein...

Aber kommen wir zum eigentlich interessanten Teil dieses Artikels: Die Dschungelhalle in der verschiedene Vivarientiere präsentiert wurden. Vor der eigentlichen Dschungelhalle stellte der Schulzoo Wiefelstede einige seiner Tiere aus und lud die Besucher zu einem Fragen-Parcours ein:
 
 
 
 
 
Jedes Schulvivarium ist zuerst einmal eine sehr erfreuliche Sache. Bei einer Präsentation auf einer Messer ist es natürlich auch verständlich, dass man gerade als Schule ein paar Abstriche bei der Gestaltung der Terrarien machen muss. Ich fand es jedoch beängstigend, das manche Besucher die präsentierten Haltungsbedingungen als Maßstab für eine geplante Reptilienhaltung nahmen. Dafür waren die Haltungsbedingungen jedoch nicht artgerecht: Die Königsnatter hätte zumindest noch ein Versteck in der kühleren Ecke des Terrariums benötigt, die Schmuckschildkröte anstatt des befremdlichen Abfalls im Plastikteich zuerst einmal einen Sonnenplatz sowie einen sinnvollen Landteil und die Bartagame neben passenderen Bodengrund in ausreichender Menge auch noch einen gesünderen Speiseplan (weniger Obst), eine UV-Quelle und natürlich wesentlich mehr Platz.

In der eigentlichen Dschungelhalle, die thematisch sehr ansprechend dekoriert war, war es leider recht dunkel. Das Ambiente passte damit gut zum Messeflyer, in dem die Vivaristik als einziges Themengebiet auf einer schwarzen Seite abgedruckt wurde. Willkommen auf der Dunklen Seite?
 

Ausgestellt wurden einige Schlangen, darunter als besondere Highlights eine Madagaskarboa sowie vom Verein V.A.R.A.N. e.V. zwei Giftschlangenterrarien, darunter eines mit einer Gabunviper.
 
 
 
Viele der Tiere waren gemäß ihrer natürlichen Verhaltensweisen als nacht- bzw. dämmerungsaktive Tiere nicht aktiv. Selbst ein tagaktiver Steppenwaran lag schlafend hinter einer Pflanze, weil sein Terrarium eher spärlich beleuchtet wurde. Hier hätte man den Schwerpunkt der Tierauswahl vielleicht besser auf tagaktive Arten gelegt. Taggeckos oder Pfeilgiftfrösche sind wunderbare Galionsfiguren für die Terraristik, wurden jedoch leider nicht auf der „MEIN TIER“ präsentiert.

Die Präsentation der Tiere war teilweise ziemlich spartanisch. Es wurden weniger die Terrarien in den Fokus gestellt, sondern vielmehr die Tiere. Wenn man aufgrund der Tierauswahl jedoch nur augenscheinlich leere Terrarien ausstellt, die nicht ansprechend dekoriert sind, ist das leider nicht sehr sinnvoll. Gerade auf einer Präsentationsveranstaltung erwarte ich etwas mehr. Die eher zweckmäßig eingerichteten Terrarien weckten leider bis auf wenige Ausnahmen kaum den Wunsch, sich selbst ein solches in die eigenen vier Wände zu holen. Hier wären naturnahe Ausschnitte aus dem Lebensraum der Tiere ansprechender gewesen, wie es der DGHT e.V. Stadtgruppe Oldenburg-Friesland mit einem ansprechend eingerichteten Feuersalamander-Terrarium gelang. Die teilweise präsentierten mangelhaften Haltungsbedingungen, wie ein sehr flaches Terrarium mit einer Schönnatter ohne Versteckmöglichkeiten (ganz im Dienste der „Tierpräsentation“) oder das düstere Terrarium mit dem Steppenwaran, gaben auch in diesem Bereich der Messe falsche Anregungen für die Besucher.
 
In einem Zelt innerhalb der Dschungellandschaft wurden diverse Vogelspinnen präsentiert. Hier waren auch wieder Kinder an der Präsentation beteiligt, was mir gut gefiel. Diese Kinder haben noch einen Bezug zu Tieren und sind nicht so sehr von der Natur entfremdet, was leider aufgrund des dramatischen Mangels an Naturbildungsmaßnahmen in den Elternhäusern und Schulen nicht selbstverständlich ist. So war es schmerzlich zu beobachten, dass Kinder den Steppenwaran als Schlange oder die Madagaskarboa als Krokodil identifizierten, während die Eltern dem auch noch zustimmten und ihre Brut zum nächsten Terrarium zerrten.
 
Hier noch ein paar weitere Impressionen von der MEIN TIER 2015:

 
 
 
 
 
 

Samstag, 7. November 2015

Grüne in Niedersachsen planen neue Gefahrtierverordnung

Europäische Schwarze Witwe (Foto: Alfried H.)
Das Bundesland Niedersachsen wird seit 2013 von einer Koalition aus SPD und Grünen regiert. Die nächste Landtagswahl lässt leider noch bis 2018 auf sich warten. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich die niedersächsischen Grünen der Haltung von sogenannten „exotischen Wildtieren“ widmen würden. Dieser Zeitpunkt ist nun offenbar gekommen. Dieses Wochenende findet in Osnabrück die Landesdelegiertenkonferenz der Grünen statt. Einer der Tagesordnungspunkte betrifft den „Tierschutz in Niedersachsen“. So heißt es auf der Website zur Landesdelegiertenkonferenz:

Die bestehende Gefahrtierverordnung in Niedersachsen für die Haltung von gefährlichen Tieren in Privathaushalten soll den aktuellen Entwicklungen angepasst werden. Dazu wollen wir eine Aufteilung der Tierarten in mehrere Gefahrkategorien, mit verschiedenen Vorgaben für die HalterInnen.
Über die aktuell in Niedersachsen gültige „Verordnung über das Halten gefährlicher Tiere“ habe ich bereits berichtet. Tatsächlich gibt es einige Punkte, die verbesserungswürdig sind (wie beispielsweise die unglückliche Formulierung, dass die Haltung „giftiger Skorpione“ und „tropischer Giftspinnen“ verboten sei). Dennoch hat die niedersächsische Gefahrtierverordnung bzgl. der Anforderungen, die an die Tierhalter gestellt werden, im direkten Vergleich zu den meisten anderen Landesgefahrtiergesetzen durchaus einen Vorbildcharakter.

Nach einer Anfrage bei der für die Umsetzung in meinem Landkreis zuständigen Ordnungsbehörde, wie denn dort die Haltung von Tierarten bewertet wird, die derzeit noch nicht deutlich in der Gefahrtierverordnung genannt werden (wie z.B. „mindergiftige“ Skorpione mit Wespenstichsymptomatik), bekam ich den Entwurf einer neuen Version der Verordnung, nach dem ich mich richten solle. Dieser Entwurf stuft z.B. alle Vogelspinnen als gefährlich ein, mit der Begründung, dass sich Menschen bereits beim Anblick eines solchen Tieres so sehr fürchten könnten, dass eine Listung auf der Gefahrtierliste damit gerechtfertigt sei. Absurderweise bekam ich Jahre zuvor von meiner Ordnungsbehörde die Info, dass Vogelspinnen nicht unter die aktuell gültige Gefahrtierregelung fallen. Neben einer umstrittenen Kennzeichnungspflicht enthält dieser Entwurf noch einige weitere unnötige Verschlimmbesserungen, aber immerhin keine strikten Komplettverbote ohne Möglichkeit einer Ausnahmegenehmigung.

Da der mir vorliegende Entwurf jedoch bereits im Jahr 2007 erstellt wurde (Version vom 26.09.2007), als das zuständige Ministerium noch von einem CDU-Minister geleitet wurde, wird es sich sicherlich nicht um die nächste geplante Version einer Gefahrtierverordnung handeln. Ich gehe fest davon aus, dass die Grünen in Niedersachsen einen eigenen Gesetzesentwurf mit sehr viel strikteren Regelungen auf den Weg bringen wollen. Das wird allein schon aus der Formulierung deutlich, dass mehrere Gefahrtierkategorien eingeführt werden sollen. Diese Planung erinnert sehr an das Gefahrtiergesetz von Berlin, laut dem für manche Tierarten ein striktes Haltungsverbot ohne Möglichkeit einer Haltebewilligung besteht. Mit dem sogenannten „berechtigten“ oder „öffentlichen Interesse“ haben die Tierverbotsparteien inzwischen einen Weg gefunden, ihre restriktiven Komplettverbote hinter dem fadenscheinigen Vorhang eines liberalen Erlaubnisvorbehalts zu verstecken. Die allermeisten Privathalter (unabhängig von ihrer Sachkunde und Zuverlässigkeit) werden dieses „berechtigte Interesse“ wohl kaum erfüllen können. Derartige Regelungen findet man in Hessen, Bayern und womöglich auch bald in Nordrhein-Westfalen.

Wenn die Grünen also von „aktuellen Entwicklungen“ sprechen, sind damit sicherlich nicht nur aufgebauschte Medienberichte über ausgesetzte oder entflohene „exotische Wildtiere“ oder die Falschbehauptung einer steigenden „Exotenpopulation“ in Privathaushalten gemeint, sondern sicherlich auch die Entwicklung der Gefahrtierregelungen in anderen Bundesländern, die (abgesehen vielleicht noch von Hamburg) unverhältnismäßige Einschränkungen von Grundrechten enthalten.

Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis die Landesregierung von Niedersachsen eine durchaus vorbildliche Gefahrtierregelung zu kippen versucht, um unbegründete Haltungsverbote zu beschließen! Es wird also Zeit, sich bei seinen Landtagsabgeordneten einzubringen und schon mal für die anstehende Klagewelle zu sparen. Auch den Kampf um die Tierhalterrechte in NRW heißt es weiterhin aufrechtzuerhalten. Denn was in unserem Nachbarbundesland in nicht allzu ferner Zukunft beschlossen werden könnte, wird die Gesetzgebung hier in Niedersachsen maßgeblich beeinflussen.

aktion tier e.V. zu Gast beim Futterhaus

Meine bisherigen Berichte über die von mir regelmäßig besuchte Filiale von „Das Futterhaus“ und die Stellung, die ein Terrarianer in dieser Zoofachhandelskette offenbar einnimmt, waren bisher ja eher amüsant gemeint. Der heutige Bericht ist es leider nicht: Der Verein aktion tier e.V. hat dort diese Woche gastiert und durfte seine Propaganda gegen die Haltung von sog. „Wildtieren“ unter die Kundschaft mischen! An einem Präsentationstresen mit Hochglanzplakaten von u.a. Reptilien und Papageien wurden Flyer verteilt und neue Mitglieder geworben.

Bezeichnet wurde die Aktion als „Aufklärungskampagne zur Verbesserung der Haltungsbedingungen von Heimtieren“. An und für sich ein Thema, welches ich durchaus unterstütze. Der Verein aktion tier e.V. hat jedoch in der Vergangenheit nicht mit Fachkompetenz geglänzt und stellt in den Medien sowie in seinen Prospekten insbesondere die Haltung von Vivarientieren, die von diesem Verein als „exotische Wildtiere“ bezeichnet werden, regelmäßig falsch dar. In einem mir vorliegenden aktuellen Flyer des Vereins zum Thema Internethandel wird z.B. die Behauptung aufgestellt, dass diese Tiere großteils aus ihrem natürlichen Lebensraum entrissen würden. Eine Behauptung, die sich mit einem Blick auf die Vertriebswege innerhalb dieses Zweigs des Heimtiermarktes mit unabhängigen und öffentlich zugänglichen Zahlen widerlegen lässt. Wenn man schon aufklären möchte, sollte man dafür bitte auch mit richtigen Zahlen arbeiten.

Auf Nachfrage bei den Futterhausmitarbeitern vor Ort hieß es, dass die Firmenzentrale die Kampagne von aktion tier e.V. genehmigt hätte. Es würden in der nächsten Zeit wohl auch noch weitere Filialen der Kette besucht. Wie kann es sein, dass ein Verein, der Teile der Tierhaltung abschaffen möchte, in einem Zoofachgeschäft eine Plattform bekommt? Als Reptilienhalter und jahrelanger Stammkunde vom Futterhaus bin ich zutiefst erschüttert, dass ein solcher Verein, der mit dubiosen Machenschaften laufend Stimmung gegen eine verantwortungsvolle und nachhaltige Art von Tierhaltung macht, in einem Zoofachgeschäft eine Bühne bekommt!
 
Auf der anderen Seite veröffentlichte aktion tier e.V. kürzlich auf Facebook einen durchaus sachlichen Artikel über den Korallenfinger-Laubfrosch, der keinen Grund zur Beanstandung gibt, sondern mich sogar zu einem vorsichtigen Lob bewegt. Ein Paradigmenwechsel? Es wäre wünschenswert, wenn sich aktion tier e.V. weiter dieser Art von sachlicher Aufklärung widmen würde, statt Propagandamaterial mit falschen Informationen zu verbreiten. Damit würde sich der Verein von radikalen Tierrechtssekten abheben und wieder Boden bei aktiven Natur-, Tier- und Artenschützern gewinnen, die sich aktiv für den Schutz von Tieren einsetzen, für die der Rest der Bevölkerung allenfalls Ekel empfindet. Wünschenswert wäre es. Dann wäre dieser Verein auch gerne im Zoofachhandel, auf Messen oder anderen Veranstaltungen gesehen.

Freitag, 6. November 2015

Deutsche Tierärzteverbände kritisieren Gefahrtiergesetzesentwurf NRW

Der Bundesverband für fachgerechten Natur-, Tier- und Artenschutz e. V. (BNA) hat eine gemeinsame Stellungnahme mit der Bundestierärztekammer (BTK), dem Bundesverband beamteter Tierärzte (BbT), dem Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt), der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT) und der Auffangstation für Reptilien München e.V. zum aktuellen Entwurf eines Gefahrtiergesetzes in Nordrhein-Westfalen veröffentlicht: Geplantes Gefahrtiergesetz in NRW - Lenken, nicht verbieten!


In der gemeinsamen Stellungnahme äußert Tierarzt Dr. Markus Baur, Leiter der Auffangstation für Reptilien München e.V., berechtigte Kritik am aktuellen Gesetzesentwurf. Der BNA und die mitzeichnenden deutschen Tierärzteverbände tragen seine Ausführungen im vollen Umfang mit.

Dass nun u.a. auch die Bundestierärztekammer eine derartige Stellungnahme mitzeichnet, ist ein weiterer Meilenstein in der umfangreichen Kritik am geplanten Gefahrtiergesetz. Umweltminister Remmel sollte nun endlich einsehen, dass eine vernünftige Regelung zwar sinnvoll ist, strikte Haltungsverbote und andere unverhältnismäßige Einschränkungen von Grundrechten hingegen keinesfalls umgesetzt werden dürfen!

Die deutliche Kritik wird also nicht nur seitens der betroffenen Halterverbände immer lauter:

1) Unabhängige Tierarztverbände mahnen, dass Halter womöglich nicht mehr mit ihren sog. „Gefahrtieren“ im Krankheitsfall zum Tierarzt gehen würden, dass ein vermehrtes Aussetzen droht und dass die Nachzuchtverbote nicht mit dem Tierschutzgesetz zu vereinbaren sind.

2) Der unabhängige Spitzenverband der Landkreise in NRW mahnt, dass die Behörden für die Umsetzung des Gesetzes nicht die nötigen Mittel haben.

3) Der ebenfalls unabhängige Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft mahnt, dass die geforderte Haftpflichtversicherungspflicht kein geeignetes Mittel zur Gefahrenprävention und Förderung von Risikobewusstsein darstellt.

Diesen fundierten Stellungnahmen von unabhängigen Vereinigungen stehen die Stellungnahmen von ideologisch motivierten Tierschutz- und Tierrechtsvereinen gegenüber, die in ihrer gemeinsamen Stellungnahme mit nachweislichen Falschaussagen eine Propaganda betreiben, die allein schon aus diesem Grund keinerlei Beachtung auf politischer Ebene finden dürfte!

Samstag, 31. Oktober 2015

Futterinsekten können Allergien auslösen

Wie in einem Artikel des österreichisches Kuriers gestern zu lesen war, haben Forscher der Veterinärmedizinischen Universität Wien im Fachblatt World Allergy Organization Journal berichtet, dass sich Heuschrecken, die als Futtertiere im Haushalt einer Familie gehalten wurden, bei einem achtjährigen Jungen aus Wien als Quelle von Allergenen entpuppten.

Diese Erkenntnis ist nicht neu. Ich habe schon in mancher Fachliteratur von Fällen gelesen, dass Menschen (vorrangig mit einer Allergie gegen die Ausscheidungen von Hausstaubmilben) auch auf die Hinterlassenschaften anderer wirbelloser Tiere allergisch reagieren. Unter Schabenzüchtern und Liebhabern von Gespenstschrecken ist ebenfalls bekannt, dass manche Personen allergisch auf die Abwehrsekrete mancher dieser Tiere reagieren.

Objektiv betrachtet ist das Risiko insbesondere im direkten Vergleich zu Tierhaarallergien, Lebensmittelallergien oder Pollenallergien als eher gering einzustufen. Es ist aber sicherlich ein interessantes Feld für weitere Forschungen, inwieweit wirbellose Tiere wie z.B. Futterinsekten als Allergen-Quelle in Erscheinung treten können. Ein Grund zur besonderen Vorsicht, wie es die Wissenschaftler der Uni Wien anraten, oder gar zu Panik besteht aus meiner Sicht jedoch nicht. Wer von einer bestimmten Allergie betroffen ist, dem sollte der gesunde Menschenverstand (oder im vorliegenden Fall der Verstand der Erziehungsberechtigten) gebieten, keine vergleichbaren Risikoquellen unbedacht ins Eigenheim zu holen. Als Milbenallergiker wären andere Wirbellose als logische Risikoquelle einzustufen. Ein Hundehaarallergiker sollte ohne weitere Tests besser keine Katzen anschaffen, jemand mit Heuschnupfen sollte bei der Kaninchenhaltung aufpassen und wer auf Erdnüsse allergisch reagiert, sollte auch bei Haselnüssen vorsichtig sein.

Noch ein Hinweis aus der Praxis: Statt die Futtertiere und womöglich sogar die Terrarientiere komplett aus dem Eigenheim zu verbannen, um Allergenen zu entgehen, wäre es je nach Schweregrad der Allergie bereits ausreichend, die Futterinsekten hygienischer in separaten Boxen unterzubringen, die man regelmäßig säubert. Leider ist es durchaus ein gängiges Bild in so manchen Terrarianerhaushalt, dass die Futterinsekten wochenlang in ihren Heimchendosen hausen. Wer auf den Kot der Tiere allergisch reagiert, darf sich bei einer solch unhygienischen Futtertierhaltung natürlich nicht wundern, wenn die Symptome schlimmer werden. Von den Nachteilen einer solchen Futtertierhaltung für die Terrarienpfleglinge mal ganz abgesehen.

Tonhöhlen für Baumbewohner von viva-la-ristik.de

Eine Innovation auf dem deutschen Terraristikmarkt wurde von viva-la-ristik.de entwickelt: Tonhöhlen für baumbewohnende Terrarientiere

Bereits seit Jahren haben sich Tonhöhlen für bodenbewohnende Reptilien, Amphibien und Wirbellose bewährt. Was als Blumenuntersetzer aus dem Gartencenter mit selbst geschlagenem Einstiegsloch (und einem anschließendem Zusammenkleben eines unerwarteten Scherbenpuzzles) begann, wurde von findigen Entwicklern um ein Wasserreservoir auf der Oberseite dieser Verstecke erweitert. Durch den Ton dringt die Feuchtigkeit in das Innere des Verstecks und bietet dort höhlenbewohnenden Terrarientieren ein bevorzugtes Mikroklima.

Die neuentwickelten Tonhöhlen für Baumbewohner von viva-la-ristik.de funktionieren nach demselben Prinzip. Es handelt sich um längliche Tonröhren, an deren Oberseite eine Vertiefung zur Aufnahme von Wasser eingearbeitet wurde. Je nach Modell ist dieses Wasserreservoir fest integriert oder kann als Deckel abgenommen werden. Die strukturierte Oberfläche mancher Varianten dient der besseren Feuchtigkeitsaufnahme. Der Einstieg der Tiere erfolgt je nach Modell durch ein Einstiegsloch bzw. durch die untere Öffnung der Tonröhre. Befestigt werden die Verstecke z.B. mit Kabelbindern in den oberen Bereichen des Terrariums.

Besonders gut geeignet sind diese Tonhöhlen für arboricole Geckos mit Haftlamellen, die das feuchte Mikroklima gerne aufsuchen und auch zur Eiablage nutzen. Hierbei bietet sich der große Vorteil, dass die Höhle mitsamt dem Gelege problemlos aus dem Terrarium entnommen werden kann, um die Eier in einem Inkubator oder einem Aufzuchtterrarium sicher auszubrüten.


Amphibien wie z.B. Baumhöhlen-Krötenlaubfrösche nehmen Verstecke dieser Art in der passenden Größe sicherlich auch gerne an. Man muss jedoch das Reservoir regelmäßig auffüllen (mindestens täglich), weil sonst durch die Verdunstung das Versteck schnell wieder abtrocknet. Je nach Position der Tonhöhle (nahe einer Wärmequelle oder im Bereich einer Beregnungsanlage) kann dieser Füllintervall natürlich variieren.


Meine Jungferngeckos akzeptierten die von mir getestete Höhle schon nach wenigen Tagen. Besonders in den Sommermonaten mit teilweise äußerst ungemütlichen Höchsttemperaturen in meiner Dachgeschosswohnung, wurde die Höhle von meinen Geckos als Tagesversteck dankbar angenommen

Fazit:
Die Tonhöhlen für Baumbewohner von viva-la-ristik.de sind eine äußerst praktikable Möglichkeit, um baumbewohnenden Terrarientieren wie z.B. Geckos eine Versteckmöglichkeit mit einem feuchten Mikroklima zu bieten. Von mir gibt es daher eine klare Kaufempfehlung.


Lieferumfang: 4/5
Anleitung: -
Design: 3/5
Bedienung & Komfort: 5/5
Funktion & Zuverlässigkeit: 5/5

Gesamtwertung: 4,25/5