Freitag, 31. Juli 2015

Bereicherung der Umgebung für Reptilien (Environmental Enrichment)

Abwechslungsreiche Kletterbäume für Hauskatzen, Laufräder für Hamster, mit Futter gefüllte Tennisbälle für Primaten in Zoos oder regelmäßiges Training mit unterschiedlichen Spielzeugen im Delphinarium – was für Säugetiere in der Tierhaltung bereits praktiziert wird, gewinnt auch innerhalb der Reptilienhaltung zunehmend an Bedeutung. Die Rede ist von „Environmental Enrichment“ also der Bereicherung der Umgebung, in der die Tiere leben. Das Ziel dabei ist, die Tiere kognitiv zu fördern um psychische Degeneration und dadurch ausgelösten Stress sowie stereotype Verhaltensweisen zu vermeiden.

Zwar unterscheiden sich Reptilien aufgrund ihrer Gehirnstruktur von Säugetieren und müssen daher nicht in einem besonders hohen Ausmaß durch abwechslungsreiche und aktive Beschäftigung seitens des Halters geistig ausgelastet werden. Auch treten stereotype Verhaltensanomalien bei Reptilien nicht so häufig auf wie bei Säugetieren. Dennoch ist dies kein Freifahrtschein dafür, Reptilien in auf das Nötigste reduzierten Behältnissen zu pflegen. Zwar ist es durchaus so, dass sich Reptilien bereits dann wohlfühlen, wenn ihre grundlegenden Bedürfnisse wie z.B. Vorzugstemperatur, Nahrung, Frischwasser, Luftfeuchtigkeit, Versteckmöglichkeiten etc. erfüllt werden, sie haben darüber hinaus jedoch auch noch weitere Ansprüche an ihre Umgebung, die in der Terraristik erfüllt werden sollten. Ansonsten leiden die Tiere womöglich unter Stress, der gesundheitliche Folgen haben kann, ebenso wie beim Nichteinhalten der grundlegenden Haltungsparameter.

Sollen in Terrarien gehaltene Reptilien ihr natürliches Verhalten zeigen, sollte ihr künstlicher Lebensraum so eingerichtet werden, dass diese natürlichen Verhaltensweisen auch ausgelebt werden können. Im Februar 2015 veröffentlichte MADER et al. einen wissenschaftlichen Artikel im „Clinician’s Brief“ zu diesem Thema, in dem drei wesentliche Ziele einer erfolgreichen Umgebungsanreicherung genannt werden:
1. Förderung eines natürlichen, artspezifischen Verhaltens .
2. Schaffung der Möglichkeit, das natürliche Verhalten auszuleben.
3. Dem Tier ermöglichen, selber Entscheidungen zu treffen.
Reptilien mögen zwar (je nach Spezies) nicht zu überdurchschnittlichen kognitiven Fähigkeiten fähig sein, dennoch werden die geistigen Fähigkeiten durch die Ermöglichung einer eigenen Entscheidung durchaus gesteigert. Füttert man Reptilien z.B. immer nur von der Pinzette oder bietet ihnen das Futter immer an derselben Stelle im Terrarium an, können sie nicht ihr arttypisches Futter-Such- oder Beute-Jagd-Verhalten ausleben. Nicht nur die Gefahr einer physischen Veränderung (Verfettung aufgrund mangelnder Bewegung), sondern auch einer geistigen Degeneration sind dadurch gegeben. Es ist zwar praktisch, wenn Tiere daran gewöhnt sind, Futter von der Pinzette zu nehmen (z.B. zur Verabreichung von Medikamenten), dennoch sollten Reptilien auch ihr arttypisches Verhalten ausleben können. Beispielsweise durch die Platzierung von Futtertieren in abgetrennten Bereichen des Terrariums oder auf Ästen bzw. durch das Verteilen von Futterpflanzen im Terrarium.

Auch eine Fütterung zur Hauptaktivitätszeit und in der natürlichen Lebensraumnische des jeweiligen Reptils fördert das psychische Wohlbefinden des Tieres, da es nicht in seiner artspezifischen Ruhephase gestört wird und seine Futter dort erbeuten kann, wo es dies auch in freier Natur tun würde (z.B. am Boden, im Wasser oder im Geäst).

Ein anderes Beispiel ist die Fütterung von Schlangen mit Frostfutter. Dies ist zwar durchaus auch bei mir gängige Praxis, jedoch erlebe ich bei Neuzugängen häufig, dass der Beutegriff und insbesondere der Tötungsreflex verkümmert sind, weil die Vorbesitzer z.B. das aufgetaute Futtertier regungslos ins Terrarium legten. Die Tiere lernten dadurch mit der Zeit, dass von der Beute keine Gefahr ausgeht und verschwendeten keine unnötige Energie mehr auf den Beutefang. Aus meiner Sicht ist es für das Tier aber wesentlich abwechslungsreicher, wenn sie dem Frostfutter erst einmal ein Stück weit nachjagen müssen (MADER et al. beschreibt das Legen einer Duftspur im Terrarium) und ihre Beute am Ende auch „töten“ müssen (provoziert durch leichtes Zupfen am leblosen Futtertier). Dadurch erlangen die Tiere meiner Erfahrung nach mit der Zeit auch wieder ihre natürlichen Verhaltensweisen zurück.

In Racks oder anderen sterilen Boxen können Reptilien ihr natürliches Verhalten kaum ausleben. Laut MADER et al. sind diese künstlichen Lebensräume nämlich „psychisch steril“. Lediglich wenn Tiere (z.B. junge Königspythons) das Futter nicht anders akzeptieren, ist diese in solchen Ausnahmefällen durchaus stressreduzierte Art der Haltung empfehlenswert.

Das Vorhandensein von Artgenossen im Terrarium kann manche Arten zu sozialer Interaktion und somit kognitiver Leistung ermutigen, während dies für andere Arten (oder wenn die Chemie zwischen den Individuen nicht stimmt) zu gesundheitsschädlichem Stress führen kann. Hier muss der Halter die Bedürfnisse des jeweiligen Tieres kennen und die Umgebung entsprechend gestalten. Auch der Sichtkontakt zu anderen Tieren in der Nähe des Terrariums sowie zu Menschen sollte dahingehend beachtet werden. Manche Reptilien finden es meiner Einschätzung nach durchaus interessant, wenn sie in Kontakt zu Menschen treten können, während anderen dies besser nicht regelmäßig zugemutet werden sollte. MADER et al. beschreibt interessante Beispiele des Trainings von Reptilien. Insbesondere manche Panzerechsen und Warane scheinen sich durch Belohnung trainieren zu lassen. Der Kontakt zu den Menschen im Rahmen des Trainings ist laut MADER et al. ebenfalls eine Bereicherung für die Tiere.

Abschließend die von MADER et al. genannten Grundlagen für ein erfolgreiches Environmental Enrichment:
- Dem Tier die Möglichkeit geben, sein natürliches Verhalten auszuleben.
- Dem Tier die Möglichkeit geben, selber Entscheidungen zu treffen.
- Dem Tier ein Gefühl der Sicherheit geben.
- Dem Tier Versteckmöglichkeiten, Höhlen, Äste, Steine etc. bieten.
- Die eigenständige Gedankenleistung des Tieres fördern.

Literatur:
Douglas MADER, MS, DVM, DABVP (Canine & Feline, Reptile & Amphibian), DECZM (Herpetology); Environmental Enrichment for Reptiles; Clinician’s Brief; Februar 2015

Freitag, 24. Juli 2015

Wildtierbörsen in Österreich bald verboten

Wie die Kronen Zeitung am Dienstag berichtete, hat das für den Tierschutz zuständige österreichische Bundesministerin für Gesundheit (?!) am Montag eine für die Vivaristik entscheidende Verordnungsnovellierung auf den Weg gebracht: Ministerium lässt Tierschutz-Novellen begutachten
 
Was sich bereits lange (auch hierzulande) abzeichnete, soll also in Österreich bald eintreten: Wildtierkaufbörsen sollen verboten werden! Im Entwurf der Änderungsverordnung, mit welcher die österreichische Tierschutz-Veranstaltungsverordnung novelliert werden soll, findet man folgendes:
3. Nach § 2 Abs.2 wird folgender Abs. 2a eingefügt:
„(2a) Kaufbörsen mit Wildtieren sind verboten.“
 
 
Die Hoffnung, dass es sich bei den genannten „Wildtieren“ lediglich um Wildfänge (also aus der Natur entnommene Wildtiere) handelt, ist leider vergebens. Wildfänge sind bereits jetzt deutlich als solche in der Tierschutz-Veranstaltungsverordnung bezeichnet und der Handel mit ihnen (außer bei Fischen) bereits jetzt verboten.

In der Erläuterung zum Entwurf heißt es als Begründung, dass Wildtiere im Gegensatz zu domestizierten Haus- und Heimtieren nicht an den Menschen angepasst seien, besondere Ansprüche hätten und die Halter deswegen häufig schnell überfordert seien. Dass die meisten Tierschutzfälle auch in Österreich bei Hunden und Katzen auftreten, weil die Halter dieser Tiere oftmals ebenso überfordert sind, fällt natürlich wieder unter den Tisch. Veranstaltungen mit überzüchteten Rassekatzen und –hunden wird es also auch zukünftig ist Österreich geben.
 
Rassekatzen in engem Präsentationsbehältnis (Symbolfoto)
Laut der Begründung des Ministeriums werden Tauschbörsen mit Wildtieren weiterhin geduldet:
Tauschbörsen mit Wildtieren (meist im Rahmen von Vereinsveranstaltungen) sind weiterhin erlaubt, da der Tausch unter sachkundigen Personen erfolgt, welche ansonsten in die Illegalität gedrängt werden würden.
Das ist zwar nüchtern betrachtet lobenswert formuliert, wird von mir jedoch ebenfalls kritisch gesehen. Das Problem dabei ist aus meiner Sicht, dass die verschiedenen Tierarten nun einmal nicht denselben Wert haben. Wie soll ein fortgeschrittener Halter, der jahrelang z.B. Kornnattern und Bartagamen gehalten hat, an anspruchsvollere Arten gelangen, die nicht im Zoofachhandel angeboten werden und somit nur auf solchen Tauschbörsen legal erworben werden können? Kaum ein Raritätenzüchter würde seine aufwendig nachgezüchteten Tiere im Austausch gegen Einstiegsarten anbieten. Geld als Zahlungsmittel wird daher trotzdem auch zukünftig eine Rolle auf den sogenannten „Tauschbörsen“ spielen, wodurch es sich irgendwie und irgendwann dann doch wieder um Kaufbörsen handeln würde. Kaufbörsen in einem internen Zirkel zwar, aber trotzdem am Rande der Legalität.

Es ist jetzt nur noch eine Frage der Zeit, bis gewerbliche Wildtierbörsen auch hier in Deutschland abgeschafft werden. Schließlich steht dies als Ziel im Koalitionsvertrag der Bundesregierung. Die Novellierung in Österreich dient den Börsengegnern hierzulande nun natürlich als Steilvorlage. Selbst der Bundesverband für fachgerechten Natur- und Artenschutz e.V. (BNA) stellte 2013 klar:
Den kommerziellen Handel auf Tierbörsen lehnt der BNA ab. Tierbörsen dienen dem Austausch nachgezüchteter Tiere von Tierhalter zu Tierhalter.

Wäre dies der Untergang der Terraristik?
Meiner Meinung nach nicht unmittelbar, weil das eigentliche Börsengeschehen aus meiner Sicht für spezialisierte Terrarianer zunehmend uninteressant wird, weil dort fast nur noch Farbzuchten von Allerweltstieren angeboten werden und die echten Raritäten meist durch zuvor über das Internet geknüpfte Kontakte gehandelt werden. Dafür sind die Börsen zwar ein geeigneter Treffpunkt, aber den kann man notfalls auch woanders hin verlagern. Und wie ich in meinen Börsenberichten gelegentlich geschrieben habe, empfinde ich das Publikum auf solchen Veranstaltungen nicht unbedingt immer als sonderlich sachkundig.

Dennoch spreche ich mich gegen strikte Börsenverbote aus, die aus meiner Sicht nur auf emotionalen Meinungen, Unkenntnis über die Verhaltensweisen von Wildtieren und aus dem Zusammenhang gerissenen „Beweismaterialien“ seitens der Tierrechtslobby beruhen. Schärfere Kontrollen der Richtlinien, Sperrung von bestimmten Anbietern und ein kurzfristiges Börsenverbot für uneinsichtige Veranstalter wären geeignetere Mittel.

Was man schließlich auch nicht vergessen sollte: Börsenverbote sind erst der Anfang! Die Tierhaltungsgegner fügen der Terraristik andauernd viele kleine Wunden zu, die für sich genommen vielleicht nicht tödlich sind, in der Summe das Hobby jedoch ausbluten lassen!
 

Mittwoch, 15. Juli 2015

Exoten-Prohibition: Werden wir doch einfach illegal!

Die Positivlisten und somit die Abschaffung der verantwortungsvollen Terraristik stehen mehr denn je vor der Tür und Argumentationen gegen diesen Skandal stoßen regelmäßig auf taube Ohren, weswegen wir uns langsam mal die Frage stellen sollten, auf welchem Wege wir zukünftig unser Hobby gestalten wollen:

Tierhaltung aufgeben

Wenn uns Kornnattern, Bartagamen und Leopardgeckos nicht erfreuen, könnten und müssten wir unsere Tierhaltung auslaufen lassen und damit komplett aufgeben. Das ist ja schließlich auch das, was die Tierhaltungsgegner wollen. Damit würde zwar u.a. meine Kooperation mit meinem örtlichen Tierheim erlöschen, aber irgendeine Tierschutzorganisation wird sich der ganzen Tierschutzfälle schon annehmen. Auch Kooperationen mit zoologischen Einrichtungen, die kein Geld für die Nachzucht von Tieren ausgeben, die zur Ausstellung wenig geeignet sind (in deren Erhalt engagierte Privathalter jedoch Tausende Euros stecken), müssten aufgegeben werden. Der stetig sinkende Anteil an aus der Natur entrissenen Wildtieren in der Terraristik rechtfertigen logischerweise, dass die große Mehrheit der hierzulande nachgezüchteten Tiere auch verboten wird. Meine Anfrage bei ProWildlife e.V., an welche Geschäftsadresse dieses Vereins ich nach Inkrafttreten der Positivliste meinen Tierbestand via Tierspedition senden darf, wurde leider bisher nicht beantwortet. Womöglich gibt es ja auch den einen oder anderen Gefahrtierhalter, der seine Puffottern, Speikobras und Mambas an die entsprechenden Tierrechtsaktivisten und Politiker senden würde... wer weiß das schon? Die Aufgabe der Tierhaltung bietet den Vorteil, dass ich monatlich Hunderte Euro und viel Zeit sparen würde, die ich dann für andere Dinge ausgeben könnte. Vielleicht für Urlaubsreisen in die Lebensräume meiner ehemaligen Tiere? Scheiß auf die Umweltverschmutzung! Scheiß auf die Schäden durch den Tourismus! Großes Sorry auch schon mal an meinen Baumarkt, dass ich wohl bald als treuer Stammkunde wegbrechen werde. Die deutsche Wirtschaft wird es schon verkraften...

Tierhaltung legalisieren

Alternativ könnten wir natürlich versuchen, unsere Tiere zu legalisieren - sofern dies die Positivliste vorsieht. Es wäre zwar ein enormer behördlicher und finanzieller Aufwand, jeden Einzelfall zu beantragen und die Nachzucht würde unter Umständen trotzdem nicht gestattet, aber immerhin hätte man sich kleinbürgerlich der von Tierrechtsideologie verseuchten Demokratur gebeugt. Heil Seitan!

Tierhaltung heimlich weiterführen

Da Positivlisten praktisch alle anderen Regelungen wie das Tierschutzgesetz oder die Artenschutzregelungen auf einen Schlag außer Kraft setzen, braucht man sich praktisch ja auch nicht mehr daran halten. Meldepflicht von geschützten Tieren? Auf eine legale Herkunft inkl. Herkunftsnachweise achten? Wozu, wenn man die Tiere ohnehin nicht mehr legal halten und erwerben darf, weil sie nicht auf der Positivliste stehen? Und wenn dann mal ein Tier krank wird, muss man selber dran herumdoktern, weil ein Tierarztbesuch leider auch nicht mehr möglich ist. Aber auch gut, so regelt sie die Überpopulation an Ekeltieren in deutschen Haushalten auch irgendwie von ganz allein. Doch wo dealen wir dann unsere Tiere, weil natürlich auch Börsen wie die Terraristika in Hamm auch verboten sind? Ich schlage den Bundesparteitag von Bündnis 90/Die Grünen als neues Exoten-Mekka vor.

Terrarist Terrorist werden

Wenn wir eh schon in die Illegalität gedrängt werden, gehen wir doch einfach noch einen Schritt weiter: Vermehren wir die auf der Positivliste stehenden Tiere en masse und überschwemmen mit ihnen das Land. Irgendwelche Idioten werden die Tiere früher oder später doch sowieso aussetzen: Bartagamen auf offener Straße, Kornnattern auf Spielplätzen, Leopardgeckos in Supermärkten und keine verantwortungsbewussten Terrarianer mehr, die einspringen wollen.

Wildtierschmuggler werden

Eine sehr lukrative Zukunft steht dem organisierten Wildtierschmuggel bevor. Mit Beschluss der Positivlisten wird sich der Handel mit exotischen Wildtieren auf den Schwarzmarkt verlagern. Der Anteil an kriminellen Händlern wird von einem Tag auf den anderen enorm ansteigen. Plötzlich wird der Marktwert von Tieren gesteigert, die zuvor für den Wildtierschmuggel uninteressant waren. Schaffen es Billigimporte wie z.B. Bändernattern, Tokehs oder Stirnlappenbasilisken nicht auf die Positivliste, sind sie plötzlich wahre Schätze auf dem Schwarzmarkt. Ist der Champagner schon kalt gestellt? Welcome to the Mafia!


In die Tierrechtslobby wechseln

Nachdem die Terraristik abgeschafft wurde, benötigen Tierschwundbund, ContraWildlife und Co. jeden erdenklichen Helfer bei der fortschreitenden Abschaffung der privaten Heimtierhaltung. Die Aquaristik und die Vogelhaltung sind schließlich auch noch auszubluten. Und bei den Säugetieren kann man sicherlich auch noch so einiges verbieten. Außer Hunde, Katzen und Pferde natürlich! Denn bei diesen Tieren, deren Haltung zum Allgemeinwissen gehört und die als Kulturgut bewahrt werden muss, sind natürlich keine Zoonosen, Unfälle mit verletzten oder toten Personen, Faunenverfälschung, Massen- und Qualzuchten, Haltungs- und Ernährungsfehler oder ausgesetzte Exemplare bekannt. Und die eigene Klientel an fehlgeleiteten Tierfreunden darf schließlich nicht verprellt werden. Als Tierrechtsaktivist erschleicht man sich ohne viel Aufwand gutes Geld und genießt noch dazu eine strafrechtliche Immunität, wenn man in manchen Bundesländern von den Landestierschutzbeauftragten gedeckt wird. Das eine oder andere Terrarium im Privatdomizil fällt dann sicherlich auch nicht mehr auf. 

Dieser Beitrag sollte eindeutig als Satire zu erkennen sein, da ich niemals - ich betone niemals (!) - unbescholtene Halter dazu aufrufen würde, dermaßen tief in der eigenen Würde zu sinken, das ultimative Verbrechen zu begehen und sich der Tierrechtslobby anzuschließen! Die von Tierhaltungsgegnern und der SPD geplanten Positivlisten wirken zwar auch wie eine Realsatire, sie sind es jedoch leider nicht!
 

Mittwoch, 8. Juli 2015

Die Terraristik – Ein erhaltenswertes Kulturgut

Die Ursprünge der Haltung von Reptilien in Menschenhand reichen mehrere Jahrtausende zurück (z.B. Haltung von Krokodilen als heilige Tiere im alten Ägypten, was natürlich wenig mit der modernen Terraristik zu tun hat, aber dennoch aufzeigt, dass sich Menschen nicht erst seit einem neuzeitlichen Trend derartige Tiere in ihr Umfeld holen). Schon vor über zweihundert Jahren wurden einheimische und später auch exotische Reptilien und Amphibien hierzulande in diversen Glasbehältern oder Holz-Glas-Konstruktionen von Liebhabern und Amateurwissenschaftlern gehalten und teilweise schon damals erfolgreich nachgezüchtet. Die Erkenntnisse der Halter lieferten wertvolle Informationen für den Artenschutz und trieben die Naturbildung der nachfolgenden Generationen voran. In seinem Buch „Naturgeschichte der Stubenthiere, Amphibien, Frösche, Insecten, Würmer“ von Johann Matthäus BECHSTEIN (1797) empfiehlt der Autor Froschlurche als Stubengenossen. Die erste Buchveröffentlichung speziell für die Terraristik stammt aus dem Jahr 1884 (Johann von FISCHER: „Das Terrarium - Seine Bepflanzung und Bevölkerung - Ein Handbuch für Terrarienbesitzer und Tierhändler“). Mit jeder neuen Buchveröffentlichung, steigerte sich das Wissen der Halter, was zu immer besseren Haltungsbedingungen und somit zu einem hohen Maß an Tierwohl führte.

Seitdem hat sich vieles getan: Schutzbestimmungen für die einheimische Fauna wurden erlassen, das Tierschutzgesetz regelt die tiergerechte Unterbringung und mit Beschluss des Washingtoner Artenschutzübereinkommens im Jahre 1975 sowie dessen Umsetzung in Deutschland ein Jahr später wurde der internationale Handel mit geschützten Arten reglementiert, wodurch eine tiergerechte und verantwortungsvolle Terraristik gestärkt wurde. In den 60er-Jahren bestand der Großteil des Tierbestandes in den Terrarien noch aus Wildfängen (aus der Natur entnommenen Exemplaren). Dies änderte sich mit dem Beschluss der internationalen Schutzbestimmungen, wodurch auch die Nachzucht wieder lukrativer wurde.

Auch die Terrarientechnik entwickelte sich rasant weiter. Waren die ersten Terrarien noch mit Öfen betrieben und damalige Terrarianer auf die unzuverlässige Versorgung ihrer Tiere mit Sonnenlicht angewiesen, entstanden mit der Zeit Leuchtmittel, die auch Licht im UV-A und UV-B-Bereich abstrahlten, um den Terrarientieren z.B. einen arttypischen Stoffwechsel zu ermöglichen. Die Erfindung der „Osram Vitalux“, eigentlich als Leuchtmittel für Pflanzen gedacht, war ein Meilenstein des technischen Fortschritts. Dieses 300 Watt starke Leuchtmittel ermöglichte vielen Terrarientieren eine problemlose Vitamin-D3-Synthese zur Umsetzung des mit der Nahrung aufgenommenen bzw. separat zugefütterten Calciums. Dieses Leuchtmittel hat sich so gut bewährt, dass es auch heute noch von Terrarianern genutzt wird. Inzwischen sind jedoch auch modernere Mischlichtlampen erhältlich, die wesentlich energieeffizienter sind und neben der gewünschten UV-Strahlung ein sehr helles, sonnenähnliches Licht abstrahlen und somit die Aktivität und das Wohlbefinden der Terrarientiere positiv beeinflussen. Seit kurzem gibt es sogar schon sparsame LED-Leuchtmittel inkl. UV-Anteil.

Dank der technischen Fortschritte wurde die Tiergesundheit nachhaltig verbessert. Die Nachzucht gelang immer öfter und die Terraristik wurde schließlich massentauglich. In den 90er-Jahren gab es einen regelrechten Terraristikboom, der inzwischen jedoch nachweislich wieder abgeklungen ist. Seinerzeit wurden besonders häufig Arten verkauft, die für die Heimtierhaltung ohne weiteres nicht wirklich gut geeignet sind (z.B. Schmuckschildkröten oder Grüne Leguane). Durch die Massentauglichkeit der Terraristik traten bei der Haltung von Reptilien und Amphibien mit der Zeit logischerweise auch die nachteiligen Effekte einer typischen Haustierproblematik auf, die man in jedem Bereich der Heimtierhaltung finden kann. Überforderte Halter, schlechte Haltungsbedingungen, falsche Ernährung und eine gesteigerte Gefährdung der öffentlichen Sicherheit sowie der körperlichen Unversehrtheit der Halter selbst traten nicht mehr nur bei der Haltung klassischer Haustiere, sondern vermehrt auch bei den als Einstiegsarten angepriesenen Terrarientieren auf. Es fällt allerdings auf, dass diese Einzelfälle von Wildtierhaltungsgegnern in den Medien extrem aufgebauscht werden, während vergleichbare Vorfälle mit klassischen Haustieren kaum eine Erwähnung finden, geschweige denn Forderungen nach Haltungsverboten von z.B. Pferden, Hunden oder Katzen laut werden.

Inzwischen ist in der Terraristik auch ein Wandel erkennbar: Wildfänge sind selbst innerhalb der Halterschaft regelrecht verpönt. Außerdem geht der Trend vermehrt in Richtung kleinbleibender Reptilien und Amphibien sowie Wirbellosen. Die sogenannte Nano-Terraristik wird in Zukunft sicherlich eine noch größere Rolle spielen (sofern man in Anbetracht der politischen Willkür überhaupt noch von einer Zukunft dieses sinnvollen Hobbys sprechen kann). Damit verhält es sich in diesem Bereich der Vivaristik ähnlich wie in der Aquaristik, wo Zwerggarnelen in Nano-Aquarien seit einiger Zeit einen regelrechten Boom erleben.

Nicht nur die Haltung von domestizierten Tieren hat in Deutschland eine lange Tradition. Wie oben erläutert trifft dies auch auf die Haltung von Wildtieren und somit auf die Terraristik zu, weswegen sie als Kulturgut ebenso schützenswert sein sollte, wie z.B. die Haltung von Pferden, Katzen oder Hunden. Artenschutz, Tierschutz, Naturbildung und wissenschaftliche Forschung werden von der Terraristik aktiv vorangetrieben. Die bestehenden Tier- und Artenschutzinstrumente sorgen dafür, dass dieser Zweig der Tierhaltung in einem ethisch vertretbaren Rahmen abläuft.

Leider wird dieses ehrenamtliche Engagement für Tierarten, die sonst keine Lobby haben, nicht in dem Maße gewürdigt, wie es ihm zustünde. Auf nicht nachvollziehbarer Tierrechtsideologie basierende Forderungen nach Verboten oder zumindest drastischen Einschränkungen der Wildtierhaltung werden immer lauter und erklingen seit einiger Zeit in nahezu allen politischen Parteien. Der Druck auf die Entscheidungsträger wird zunehmend größer, weil die Bevölkerung aufgrund einer langjährig andauernden Propaganda regelrecht aufgehetzt wurde. Dem Tier-, Natur- und Artenschutz wird dadurch jedoch langfristig ein Bärendienst erwiesen. Lediglich für Schmuggler und illegale Wildtierhändler steht eine sehr lukrative Zukunft vor der Tür. Den Champagner haben sie für die nahende „Wildtier-Prohibition“ sicherlich schon kaltgestellt.

Samstag, 4. Juli 2015

Mutiertes Killerkrokodil im Rhein gesichtet

Das Sommerloch-Krokodil wurde drei Monate nach dem 1. April in der Rheinischen Tagespost (Seriöser Lokal-Qualitätsjournalismus seit 2009) gesichtet: Krokodil-Schock! Baden im Bonner Rhein ist gefährlich! 

Ein mutiertes Killerkrokodil aus der Kanalisation, in der Nähe des Chemieparks. Seine Beute: Badegäste! Immer wieder werden Schwimmer vermisst. Leider kann die Stadt nichts tun, weil im Sommer ein Krokodiljagdverbot herrscht. Daher darf der Kroko-Killer weiter jagen.
 


Wo ist eigentlich Batman, wenn man ihn braucht? Der Autor Kornelius Wrobel verdient doch wirklich einen Preis für den fantastischsten Sci-Fi-Thriller des Jahres! Oder soll mit dieser Story etwa nur verhindert werden, dass Leute im Rhein baden und sich gefährlichen Strömungen aussetzen? Vielleicht auch eine PR-Aktion der städtischen Bäder? Man weiß es nicht... Was man aber schon mit ziemlicher Sicherheit sagen kann: Tierrechtler werden diese Zeitungsente in jedem Fall gegen uns verwenden.