Donnerstag, 16. Juni 2016

Was sind eigentlich... Exoten?

Als „Exoten“ werden zumeist Arten bezeichnet, die hier bei uns nicht heimisch sind. Diese Definition wird ohne zu hinterfragen einfach akzeptiert. Doch was heißt eigentlich „hier bei uns“? Wo wird dabei die Grenze gezogen? Manche Arten sind zwar in Deutschland oder auch in mehreren EU-Ländern heimisch, doch handelt es sich bei näherer Betrachtung häufig um unterschiedliche Populationen derselben Art, die sich den unterschiedlichen Bedingungen vor Ort auch unterschiedlich angepasst haben (z.B. durch ein spezialisiertes Immunsystem, unterschiedliche Färbungen oder unterschiedliche Verhaltensweisen). Selbst in Deutschland lassen sich verschiedene Lokalpopulationen derselben Spezies feststellen. Vermischungen können gravierende Folgen für die jeweiligen Populationen haben. Ein Exemplar einer einheimischen Art aus einer fremden Population ist vom Standpunkt einer lokalen Population aus betrachtet also nicht heimisch, sondern fremd und somit gewissermaßen „exotisch“.

Wo soll die Grenze also gezogen werden, wenn man von „Exoten“ spricht? An der Landesgrenze von Deutschland? An der Grenze eines Bundeslandes oder doch lieber an der Grenze zur EU? Zieht man die Grenze zwischen Exot“ und Nicht-Exotklimatisch oder geographisch z.B. bei der Frage, ob eine Art nur mit Hilfe des Menschen über den Luft- bzw. Wasserweg zu uns gelangen oder ob sie auf eigene Faust einreisen kann? Objektiv lässt sich das schlicht und ergreifend nicht beantworten! Tierrechtler sind allerdings selten objektiv und ziehen die besagte Grenze ganz willkürlich dort, wo es am besten mit der eigenen Ideologie zusammenpasst.

Tierrechtsorganisationen verwenden daher gerne das Label „Exot“, um fremdartige Heimtiere wie z.B. Reptilien von populäreren Heimtieren wie z.B. Hunden oder Katzen abzugrenzen. Dabei liegt der Ursprung der Domestikation des Haushundes je nach Forschungsarbeit entweder in Europa oder in Asien. Ob es sich bei Canis lupus familiaris also um eine europäische oder eine exotische Art handelt, ist mehr als fraglich. Hauskatzen stammen dagegen nachweislich von der Afrikanischen Falbkatze ab und sind demnach keine eindeutig Exoten. Das mögen Tierrechtsvereine in ihrem unwissenschaftlichen Populismus natürlich nicht wahrhaben, denn dann müssten sie ihre einseitigen Verbotsforderungen ja plötzlich auf ihre eigene Klientel der Hundekuschler und Tiervermenschlicher ausweiten. Man kann mit der Bezeichnung „exotisch“ keine wissenschaftlich fundierte Abgrenzung bestimmter Tierarten voneinander erreichen, weil die Grenzen fließend sind.

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