Sonntag, 29. Januar 2017

EU zieht Artenschutz-Revision zurück!

Diese Woche überschlagen sich die Ereignisse. Die Europäische Union hat nur einen Tag vor dem Inkrafttreten der Änderungen der Anhänge der EU-Artenschutzverordnung, mit welcher die Beschlüsse der 17. CITES-Artenschutzkonferenz in für uns verbindliches Recht überführt werden sollten, die zu diesem Zweck am vergangenen Donnerstag veröffentlichte Änderungsverordnung zurückgezogen!

Dies geht aus der im Amtsblatt der EU (L 23/123) gestern veröffentlichten Berichtigung der Verordnung (EU) 2017/128 der Kommission vom 20. Januar 2017 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 338/97 des Rates über den Schutz von Exemplaren wildlebender Tier- und Pflanzenarten durch Überwachung des Handels hervor. Darin heißt es:
Die Veröffentlichung der Verordnung (EU) 2017/128 der Kommission ist als null und nichtig anzusehen.
Das bedeutet, dass Lygodactylus williamsi, Shinisaurus crocodilurus & Co. vorerst weiterhin im EU-Anhang B gelistet sind und die von den Beschlüssen betroffenen Zwergchamäleons, Tomatenfrösche usw. weiterhin keinem Schutzstatus innerhalb der Europäischen Union unterliegen! Die aktuell gültige Fassung der EU-Anhänge ist somit derzeit noch der im November 2016 in Kraft getretenen Verordnung (EU) 2016/2029 zu entnehmen! Ich berichtete: Neue Änderungen im EU-Artenschutz 

Nachtrag: Die Ursache für diesen Fauxpas sind technische Probleme bei der Veröffentlichung der Verordnung in den verschiedenen Sprachen der EU. Aufgrund der versehentlichen Veröffentlichung von fehlerhaften Versionen ist die Verordnung, obwohl sie korrekt verabschiedet wurde, nichtig (Formfehler). Die Veröffentlichung der korrekten Fassung soll am 1. Februar erfolgen, womit die Änderungen an den EU-Anhängen am dritten Tag danach (also am 4. Februar) in Kraft treten.

Nachtrag vom 01.02.2017: 

Im heutigen Amtsblatt der EU wurde die korrigierte Fassung der Verordnung veröffentlicht, mit welcher die EU-Artenschutzanhänge aktualisiert werden. Sie tritt wie angekündigt am 4. Februar in Kraft - sofern die EU nicht wieder einen Rückwärtstag veranstaltet. Einzelheiten zu den Änderungen habe ich hier dargestellt: CITES-Beschlüsse treten im EU-Recht in Kraft! 
 

Donnerstag, 26. Januar 2017

CITES-Beschlüsse treten im EU-Recht in Kraft!

Nachdem die EU aufgrund technischer Probleme zunächst eine fehlerhafte Version veröffentlichte (siehe EU zieht Artenschutz-Revision zurück!), ist es jetzt wirklich offiziell: Die für die Terraristik relevanten Beschlüsse der 17. CITES-Artenschutzkonferenz wurden in geltendes EU-Recht überführt! Am 1. Februar 2017 wurde die Verordnung (EU) 2017/160 im Amtsblatt der EU (L 27/1) veröffentlicht, mit der die Anhänge der EU-Artenschutzverordnung aktualisiert werden. Die Verordnung tritt am dritten Tag nach ihrer Veröffentlichung in Kraft, wodurch sich folgende Änderungen im EU-Artenschutz ergeben:

EU-Anhang A – Handel verboten:

Der Himmelblaue Zwergtaggecko (Lygodactylus williamsi) ist nun im EU-Anhang A zu finden. Ebenso der Psychedelische Gecko (Cnemaspis psychedelica), die Krokodilschwanzechse (Shinisaurus crocodilurus), der Titicaca-Riesenfrosch (Telmatobius culeus), Kubanische Landschnecken der Gattung Polymita sowie die fünf Baumschleichen-Arten Abronia anzuetoi, Abronia campbelli, Abronia fimbriata, Abronia frosti und Abronia meledona.
 
Diese Arten gelten gemäß § 7 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) ab dem 04.02.2017 als „streng geschützt“. Der Handel mit diesen Tieren ist ab diesem Stichtag in der EU verboten. Ausgenommen vom Verbot sind nachgezüchtete Exemplare, für die eine Befreiung vom Vermarktungsverbot ausgestellt wurde. Züchter dieser Arten müssen also künftig eine solche Vermarktungsgenehmigung bei ihrer zuständigen Naturschutzbehörde beantragen, bevor sie ihre Nachzuchten abgeben dürfen (Nachtrag vom 15.09.2017: Corinna Thalies-Feht von Terra-Pets.de hat diesen Vorgang am Beispiel von L. williamsi in Niedersachsen hier erklärt). Nur mit einem solchen Dokument ist die Weitergabe von Nachzuchten in Zukunft erlaubt! Die Kosten für diesen Amtsakt sind je nach Gebührenordnung des Bundeslandes unterschiedlich. Manche Bundesländer haben einen Festpreis, andere errechnen die Gebühren anhand des (womöglich geschätzten) Marktwertes des Tieres. Für den Handel mit Drittländern (wie z.B. der Schweiz) müssen darüber hinaus Ausfuhr- bzw. Einfuhrgenehmigungen beim Bundesamt für Naturschutz beantragt werden.

Die o.g. Vermarktungsgenehmigung ist an das individuelle Tier geknüpft und gilt nur für dieses, weswegen zusätzlich eine eindeutige Kennzeichnung der Tiere erforderlich ist.

Kennzeichnungspflicht:

Neben der für die meisten o.g. Arten bereits zuvor bestehenden Meldepflicht, müssen die genannten Arten gemäß § 12 Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) eindeutig gekennzeichnet werden. § 13 BArtSchV legt die bevorzugte Methode der Kennzeichnung fest. Reptilien sind nach Wahl des Halters bevorzugt per Fotodokumentation oder Transponder zu kennzeichnen. Die Transponderkennzeichnung ist allerdings nur bei Reptilien mit einer Körpermasse ab 200 g (Schildkröten ab 500 g) möglich. Während also z.B. Krokodilschwanzechsen mittels Transponder gekennzeichnet werden können, fällt diese Art der Kennzeichnung z.B. beim Himmelblauen Zwergtaggecko weg. Die Fotodokumentation wäre wiederum erst rechtlich bindend, wenn diese in der Anlage 6 BArtSchV genannt wird. Dies kann aber noch dauern. Derzeit evaluiert eine Fachgruppe die Möglichkeit einer Fotodokumentation. Solange diese nicht verbindlich im nationalen Artenschutzrecht festgelegt wurde, stehen Halter vor folgendem Problem: Die EU hat einen Schutzstatus beschlossen, deren Vollzug im nationalen Recht nur eingeschränkt möglich ist. Bis zu einer rechtlich verbindlichen Definition der Fotodokumentation in der Anlage 6 BArtSchV ist diese Art der Kennzeichnung nicht verlässlich möglich. Bis Klärung der Sachlage obliegt es den zuständigen Naturschutzbehörden, über die Art der Kennzeichnung zu entscheiden. § 13 BArtSchV nennt alternative Kennzeichnungsmethoden, wenn keine der gängigen Methoden möglich ist - beispielsweise mittels molekulargenetischer Untersuchung (sprich DNA-Tests). Denkbar wäre auch, dass für jeden Abgabevorgang eine neue Vermarktungsgenehmigung beantragt werden muss, was normalerweise nur einmalig seitens des Züchters notwendig wäre.

Bis zur Klärung der Kennzeichnungspflicht und Schaffung einer einheitlichen Regelung im Bundesartenschutzrecht müssen Züchter, Händler und Halter, die ihre Tiere abgeben möchten, bei ihrer zuständigen Naturschutzbehörde nachfragen, wie diese die Sache regelt und unter welchen Voraussetzungen die für die Abgabe notwendigen Vermarktungsgenehmigungen erteilt werden.

EU-Anhang B – Handel eingeschränkt:

In der aktualisierten Version des EU-Anhangs B wurden Zwergchamäleons der Gattungen Rhampholeon und Rieppeleon, der Masobe Großkopfgecko (Paroedura masobe), die Mount-Kenya-Buschviper (Atheris desaixi), die Kenianische Hornviper (Bitis worthingtoni), der Hongkong-Warzenmolch (Paramesotriton hongkongensis) und die Marmorkrötchen Scaphiophryne marmorata, Scaphiophryne boribory und Scaphiophryne spinosa aufgenommen. Des Weiteren alle nicht im Anhang A gelisteten Baumschleichen (Abronia spp.), die Weichschildkröten Cyclanorbis elegans, Cyclanorbis senegalensis, Cycloderma aubryi, Cycloderma frenatum, Trionyx triunguis und Rafetus euphraticus sowie die Familie der Lanthanotidae, betroffen ist davon bisher nur der Borneo-Taubwaran (Lanthanotus borneensis) als einzige bekannte Art dieser Familie. Bei den Tomatenfröschen ergaben sich ebenfalls Änderungen: Dyscophus antongilii wurde auf Anhang B herabgestuft, während Dyscophus guineti und Dyscophus insularis neu in diesen aufgenommen wurden.

Der kommerzielle Handel mit diesen Arten ist auch in Zukunft erlaubt. Allerdings müssen Nachweise über die legale Herkunft erbracht und der zuständigen Naturschutzbehörde im Rahmen der Meldepflicht gemäß § 7 BArtSchV vorgelegt werden. Bei Importen erfolgt dies über die amtlichen CITES-Papiere, bei Nachzuchten mit den Herkunftsnachweisen, welche vom Züchter ausgestellt werden und aus denen Angaben zu den Elterntieren hervorgehen müssen, weil es ansonsten bei einigen Behörden zu Problemen bei der Anmeldung kommen kann!

Meldepflicht:

Halterinnen und Halter der o.g. Arten sollten also ihre Tierbestände zeitnah bei den zuständigen Naturschutzbehörden anmelden. Wurde eine Art neu in den EU-Anhang B aufgenommen, sind womöglich keine Herkunftsnachweise vorhanden und können auch nicht mehr beschafft werden. Dies sollte im Moment noch kein Problem darstellen. Erfolgt die Meldung zeitnah zum Inkrafttreten eines neuen Schutzstatus, ist den Behörden natürlich bewusst, dass es unter Umständen keine Papiere gibt. Eine Erklärung im Anschreiben zur Meldung sollte in solchen Fällen ausreichen. Rückwirkend werden derzeit noch keine Tiere aufgrund fehlender Nachweise für illegal erklärt, weil sie bisher vollkommen legal zu den bisher gültigen Rechtsvorschriften ohne Nachweise gehandelt und gehalten wurden und der Bestandsschutz gewahrt werden muss.

Je mehr Zeit jedoch ins Land streicht, desto mehr Probleme wird man in der Zukunft bekommen, wenn man seine bisher ungeschützten und nun unter Schutz stehenden Tiere ohne Papiere anmelden und dadurch legalisieren möchte. Denn der Bestandsschutz gilt logischerweise nur für die Bestände, die nachweislich VOR Inkrafttreten eines neuen Schutzstatus gehalten wurden. Eine zeitnahe Meldung ist also jetzt dringend anzuraten. In der aktuellen Übergangszeit ist prinzipiell noch ein Handel ohne Papiere erlaubt. Ab dem 04.02.2017 sind jedoch unbedingt die erforderlichen Herkunftsnachweise vom Verkäufer einzufordern, mit denen die Tiere dann angemeldet werden müssen!

Weitere Änderungen

Neben den o.g. Änderungen treten noch weitere Neuerungen in Kraft: So wurde Tillandsia mauryana, ein für die Terraristik geeignetes Bromeliengewächs, aus dem EU-Anhang B gestrichen und darf künftig ohne Beschränkung frei gehandelt werden. Des Weiteren wurden einige für die Terraristik mehr oder weniger relevante Arten in den EU-Anhang C aufgenommen: Nordafrikanischer Feuersalamander (Salamandra algira) [Herkunft: Algerien] sowie Schnappschildkröte (Chelydra serpentina), Florida-Weichschildkröte (Apalone ferox), Glattrand-Weichschildkröte (Apalone mutica), Die Dornrand-Weichschildkröte (Apalone spinifera) [Herkunft: USA]. Dies ist vor allem für Importeure und Händler interessant, weil die genannten Arten zukünftig nur noch mit Ausfuhrgenehmigung ihres Herkunftslandes importiert werden dürfen. Für Importe aus anderen Ländern sind Herkunftsnachweise notwendig, um zu belegen, dass diese nicht illegal aus ihrem natürlichen Lebensraum entnommen wurden.

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Samstag, 21. Januar 2017

Stromkosten in der Terraristik

So manch Terrarianer findet in diesen Tagen die Abrechnungen seines Stromanbieters in seinem Briefkasten. Der eine oder andere Einsteiger wird dabei vielleicht eine böse Überraschung erleben. Immer wieder erlebe ich, dass Leute ihre Reptilien abgeben, weil die Stromkosten (angeblich) nicht mehr tragbar sind. Um solchen Fällen vorzubeugen, halte ich es für wichtig, dieses Thema einmal näher zu beleuchten:

Stromkosten errechnen:

Tools zur Berechnung von Stromkosten gibt im Internet einige. Beispielhaft sei hier der Stromkostenrechner von zwergbartagamen-ratgeber.de genannt. In diesem und vergleichbaren Tools gibt man zunächst seinen Strompreis ein. Meiner beträgt dieses Jahr 27,75 Cent/kWh – also rund 0,28 Euro/kWh.

Nachdem man seinen Strompreis in das Tool eingegeben hat, kann man mehrere Geräte benennen und deren Leistung sowie die Dauer der Nutzung in Stunden pro Tag und Tage pro Jahr eintragen. Auf diese Weise kann man einzelne Geräte wie Grundbeleuchtung, Wärmespots, Beregnungsanlage etc. eingeben, um so die anfallenden Stromkosten für den Betrieb eines Terrariums zu errechnen.

Handelt es sich um ein Terrarium für ein Tier, welches eine Hibernation einlegt und in dieser Zeit keine Terrarientechnik in Betrieb ist, muss man die Tage und bei Bedarf auch die Stundenzahl (z.B. für die Übergangszeit, in der die Beleuchtung/Temperatur stückweise heruntergefahren wird) anpassen, um ein möglichst genaues Ergebnis zu erhalten.

Welche Geräte man wie lange im Jahr in Betrieb hat, kommt - abgesehen natürlich von der zu haltenden Tierart - immer auch auf die räumlichen Gegebenheiten an. In einem kühlen Hobbykeller muss man wohl höhere Wattzahlen (Leistung) in die Terrarien bauen als in einer Dachgeschosswohnung, wo im Sommer womöglich sogar Wärmequellen abgeschaltet werden müssen, um eine Überhitzung der Terrarien zu vermeiden. Da derartige Eventualitäten zu beachten sind, verzichte ich an dieser Stelle auf tierartbezogene Beispielrechnungen. Stattdessen errechne ich beispielhaft die Betriebskosten für ein Terrarium ohne näher definierten Tierbesatz:

Beispiel:

Unser Beispielterrarium hat zwei Leuchtstoffröhren mit einer Leistung von 18 Watt, welche das ganze Jahr über 12 Stunden pro Tag laufen (Grundbeleuchtung). Darüber hinaus wird zur Mittagszeit für täglich 4 Stunden ein 35 Watt Wärmespot zugeschaltet. Zweimal täglich läuft zudem eine Beregnungsanlage mit 40 Watt für jeweils 1 Minute. Die jährlichen Kosten für den Betrieb dieses Beispiel-Terrariums betragen bei einem Strompreis von 0,28 Euro/kWh:

Grundbeleuchtung: 44,16 Euro
Wärmequelle: 14,31 Euro
Beregnungsanlage: 0,12 Euro
Jahreskosten: 58,59 Euro

Auf diese Art kann man vor der Anschaffung eines Tieres die zu erwartenden Jahresstromkosten für den Betrieb eines Terrariums errechnen und prüfen, ob diese das eigene Budget sprengen oder nicht. Natürlich kann man auch andere Geräte auf diese Art errechnen. Wer z.B. täglich 4 Stunden am 150-Watt-TV fernsieht, zahlt dafür ebenfalls rund 60 Euro im Jahr. Es soll ja tatsächlich noch Terrarianer geben, die statt in ihre Terrarien auch mal in die Flimmerkiste schauen.

Strom sparen:

Natürlich gibt es auch innerhalb der Terraristik Möglichkeiten, den Stromverbrauch zu senken und Kosten einzusparen. Derzeit wird die LED-Technik immer erschwinglicher in der Anschaffung. Die Qualität dieser Leuchtmittel hat sich in den letzten Jahren auch enorm verbessert. Das Beheizen von Terrarien über die Raumheizung ist in der Regel wirtschaftlicher, als die Terrarien mit Strom zu heizen. Wichtig beim Stromsparen ist jedoch eines: Spart niemals am Tier! Damit Reptilien & Co. ihre natürlichen Verhaltensweisen zeigen (und sich somit in menschlicher Obhut augenscheinlich wohlfühlen), müssen die artspezifischen Bedürfnisse erfüllt werden. Sonnenhungrige Echsen wie z.B. Bartagamen in dunklen und kalten Terrarien zu halten, nur um Strom zu sparen, wird sich mittelfristig negativ auf die Gesundheit der Tiere auswirken! Probleme wird es auch geben, wenn man den Terrarienraum mittels Raumheizung erwärmt, den Tieren im Terrarium dadurch jedoch ein Temperaturgefälle und demnach ein kühlerer Rückzugsort fehlt. Solche Fehler sind zu vermeiden.

Fazit:

Die Kosten für ein Terarrientier sind je nach Art und Bezugsquelle manchmal lächerlich niedrig und verleiten zu Spontankäufen, die laufenden Kosten für den Betrieb eines Terrariums sollten aber nicht vergessen werden. Diese sind zwar je nach Tierart nicht besonders hoch, trotzdem sollte man sich vor der Anschaffung einen Kostenplan erstellen. Dazu gehören neben den zu erwartenden Stromkosten auch die Kosten für Futter und evtl. notwendige Tierarztbesuche. Ein artgerechtes Terrarium sowie die dafür erforderliche Technik kosten nicht nur in der Anschaffung Geld. Dies sollte man sich bewusst sein, damit es bei der nächsten Stromabrechnung kein böses Erwachen gibt und das Tier evtl. wieder abgegeben werden muss.

Das von Tierrechtlern gerne mal vorgeschobene Argument der angeblich immens hohen Kosten rechtfertigt allerdings keine harsche Kritik an der Terraristik grundsätzlich. Andere Haustiere oder Hobbys gehen schließlich ebenso ins Geld. Jeder muss für sich selbst abwägen, was er investieren kann, um dann evtl. von der Anschaffung eines Tieres Abstand zu nehmen.

Donnerstag, 12. Januar 2017

Waffenhändler, Nazis und andere „Exoten“

Wie ich aus verlässlicher Quelle erfahren habe, gehören Terrarianer und andere „Exotenhalter“ nach Meinung der Stadt Passau (Bayern) zum selben Milieu wie Waffenhändler, Nazis und „Sachsen-Paule“. Derzeit befindet sich ein Beschluss in Arbeit, welcher bereits ab dem 1. Januar dieses Jahres die Nutzung des städtischen Messeparks (bestehend aus Dreiländerhalle, X-Point Halle, Eis-Arena, Messeplatz) strenger reglementieren soll.

Nach Wortlaut des Beschlusses sollen die genannten städtischen Veranstaltungsorte zukünftig nur noch „der kulturellen Bildung, der Unterhaltung und dem Breitensport“ dienen. Messen, Märkte jeglicher Art und andere Veranstaltungen sind weiterhin zulässig, sofern sie nicht der Verbreitung von pornografischem Material, der Verherrlichung von Waffen jeglicher Art, der Verbreitung von frauenfeindlichen, rassistischen oder gewaltverherrlichenden Bildern... und natürlich auch nicht der Zurschaustellung sowie dem An- und Verkauf von exotischen Tieren dienen.

Kurz gesagt: Die Stadt Passau hat bzw. wird demnächst ein Verbot für sog. „Exotenbörsen“ beschließen. Über ein Verbot von verfassungsfeindlichen Materialien brauchen wir natürlich nicht diskutieren. Alle anderen Veranstaltungsverbote erklären jedoch Dinge für illegal, die in Deutschland legal sind und meiner Meinung nach auch legal bleiben sollten.
 
Der Beschluss ist zwar noch nicht endgültig rechtswirksam, Genehmigungen zur Ausrichtung derartiger Veranstaltungen werden aber schon jetzt nicht erteilt. Sobald der Beschluss rechtswirksam ist und im Amtsblatt der Stadt Passau veröffentlicht wurde, werde ich ihn hier verlinken.