Donnerstag, 13. Juli 2017

Unionsliste invasiver Arten erstmalig erweitert

Im heutigen Amtsblatt der EU (L 182/37) wurde die erste Ergänzungsliste zur Unionsliste über invasive, gebietsfremde Arten veröffentlicht. Die Liste enthält 3 Tier- und 9 Pflanzenarten und wird mit der Durchführungsverordnung (EU) 2017/1263 in geltendes Recht überführt. Die bereits im August 2016 in Kraft getretene Unionsliste (siehe Durchführungsverordnung (EU) 2016/1141) wird damit auf insgesamt 49 Tier- und Pflanzenarten erweitert.

Auf der Ergänzungsliste sind keine für die Terraristik relevanten Tierarten aufgeführt, allerdings die Schmalblättrige Wasserpest (Elodea nuttallii), das Verschiedenblättrige Tausendblatt (Myriophyllum heterophyllum) sowie das Afrikanische Lampenputzergras (Pennisetum setaceum), welche sich sicherlich in dem einen oder anderen Paludarium bzw. (Freiland-)Terrarium befinden. Diese Pflanzen dürfen künftig nicht mehr vermehrt, transportiert oder in Verkehr gebracht werden. Der gewerbliche Handel darf seine Bestände aber noch ein Jahr lang mit Verkäufen auflösen.

Das nächste Update der Unionsliste ist für das Jahr 2018 geplant und enthält nach aktuellem Stand 11 weitere Arten bzw. erstmalig sogar ganze Gattungen! Die Aquaristik wird es dann erneut besonders hart treffen, vor allem aufgrund des geplanten Verbotes von Schlangenkopffischen (Channa spp.). Dass erstmalig ganze Gattungen reglementiert werden sollen, obwohl lediglich wenige Arten aus diesen Gattungen die Kriterien für eine Listung erfüllen, wird u.a. vom Bund deutscher Baumschulen (BdB) kritisiert. Obwohl auf den Fachsymposien in der Vergangenheit über diverse Nattern und Geckos diskutiert wurde, finden sich auf den Ergänzungslisten bislang keine weiteren für die Terraristik relevanten Tierarten. Aber da die Unionsliste regelmäßig aktualisiert wird und auch auf nationaler Ebene solche Verbotslisten eingeführt werden können, ist das womöglich nur die Ruhe vor dem Sturm.

Die Durchführungsverordnung zur Erweiterung der Unionsliste tritt am 2. August 2017 in Kraft und ist dann in allen EU-Mitgliedsstaaten bindend. Ab diesem Stichtag laufen für die neu hinzugekommenen Arten dann auch wieder die in der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 festgelegten Fristen und Übergangsregelungen.

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