Samstag, 6. Januar 2018

EU-Liste invasiver Arten: 2018 keine Neulistungen

EU-Kommission und EU-Mitgliedsstaaten haben diese Woche beschlossen, dass es im Jahr 2018 keine Neulistungen von invasiven gebietsfremden Arten von unionsweiter Bedeutung auf der derzeit 49 Tier- und Pflanzenarten umfassenden Unionsliste geben wird.

Noch zum Beschluss der ersten Erweiterungsliste im August 2017 war geplant, in diesem Jahr eine 2. Ergänzungsliste mit 11 Neuzugängen zu erlassen, welche zwar keine für die Terraristik relevanten Arten enthalten sollte, dafür jedoch erstmalig ganze Gattungen – darunter (sehr zum Leidwesen unserer Hobbykollegen aus der Aquaristik) die gesamte Schlangenkopffisch-Gattung Channa spp.!

Doch statt neue Arten und Gattungen neu zu listen, soll sich in diesem Jahr zunächst erst auf das Management der bereits gelisteten „Alien Species“ konzentriert werden, wobei auch betroffene Interessenverbände stärker mit einbezogen werden sollen.

Die wissenschaftliche Prüfgruppe der EU wird aber auch in diesem Jahr die Risikobewertung von weiteren Arten vorantreiben, um Neulistungen im Jahr 2019 in die Wege zu leiten. Wünschenswert wäre, wenn bei diesen Bewertungverfahren die ökologisch unterschiedlichen Anforderungen von Tier- und Pflanzenarten strenger geprüft würden, um die Grundvoraussetzung einer sog. „unionsweiten Bedeutung“ zu erfüllen. Denn nur so kann sichergestellt werden, dass keine in südlichen EU-Mitgliedsstaaten als potentiell invasiv anzusehenden Spezies direkt im gesamten EU-Gebiet (also auch in nördlichen EU-Staaten mit einem für eine Ausbreitung ggf. nicht geeigneten Klima) reglementiert würden, sondern alternativ nationale Verbotslisten zur Verhinderung der Ausbreitung Anwendung fänden.

Am 10. Februar endet darüber hinaus die Frist für die Einreichung von Risikobewertungen für eine bereits vorgesehene dritte Aktualisierung der Unionsliste. Welchen Umfang die nächste Erweiterung im kommenden Jahr also tatsächlich haben wird, bleibt abzuwarten.
 
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