Gefahrtierhaltung

Die Haltung von potentiell gefährlichen Tieren steht zunehmend in der Kritik. In meinem Blog habe ich das Thema „Gefahrtierhaltung“ bereits häufig beleuchtet. Hier zuerst einmal eine Aufstellung über die einzelnen Regelungen der Bundesländer inkl. kurzen Stichpunkten, was an der jeweiligen Regelung aus meiner Sicht sehr gut (++), gut (+), schlecht (-) oder absolut miserabel (--) ist:

Niedersachsen
Erlaubnisvorbehalt (+)
Gefahrtierliste (+)
Nachzucht erlaubt (+)

Unterschied zwischen gewerblicher und privater Haltung (-)
Unklare Formulierung bei wirbellosen Gifttieren (-)
Gesamtwertung (+)

Die Gefahrtier-VO von Niedersachsen ist derzeit Gegenstand politischer Beratungen:

Niedersächsische Landesregierung befasst sich mit „Exotenhaltung“ 

Bremen
Erlaubnisvorbehalt (+)
Gefahrtierliste (-)
Unterschied zwischen gewerblicher und privater Haltung (-)
Begrenzung des Tierbestandes (-)
Benennung der Polizei als zuständige Behörde (-) 
Gesamtwertung (-)

Hamburg
Erlaubnisvorbehalt (+)
 
Gefahrtierliste (++)
Nachzucht erlaubt (+)
Unterschied zwischen gewerblicher und privater Haltung (-)
Gesamtwertung (++)

Hessen
Erlaubnisvorbehalt (+)
Nachzucht (laut Gerichtsurteil) erlaubt (+)
Unterschied zwischen gewerblicher und privater Haltung (-)
Liebhaberei wird nicht als „berechtigtes Interesse“ anerkannt (--)
Gesamtwertung (--)

Bayern
Erlaubnisvorbehalt (+)
Gefahrtierliste (++)
Kein Unterschied zwischen gewerblicher und privater Haltung (+)
Liebhaberei wird nicht als „berechtigtes Interesse“ anerkannt (--)
Gesamtwertung (--)

Schleswig-Holstein
Erlaubnisvorbehalt (+)
Gefahrtierregelung im Landesnaturschutzgesetz verankert (-)
Nicht die Ordnungsbehörde ist zuständig (-)
Fehlende Gefahrtierliste (--)
Gesamtwertung (-)

Berlin
Strikte Komplettverbote (--)
Unterschied zwischen gewerblicher und privater Haltung (-)
Gifttierhalter müssen Antiserum bereithalten (--)
Gesamtwertung (--)

Thüringen
Erlaubnisvorbehalt (+)
Gefahrtierliste (+)
Gifttierhalter müssen Antiserum bereithalten (--)
Liebhaberei wird nicht als Haltungsgrund anerkannt (--)
Gesamtwertung (--)

Keine strikten Haltungsverbote (++) 
Fachkunde im Fokus (+)

Kein Unterschied zwischen gewerblicher und privater Haltung (+)

Gefahrtierregelung im Landesnaturschutzgesetz verankert (-)
Fehlende Gefahrtierliste (--)
Nur „besonders geschützte“ Gefahrtiere geregelt (--)
Gesamtwertung (-) 


Nordrhein-Westfalen
Über die Einführung eines Gefahrtiergesetzes in Nordrhein-Westfalen berichtete ich in folgenden Beiträgen (aktuellster unten): 
Deutsche Tierärzteverbände kritisieren Gefahrtiergesetzesentwurf NRW
Kommt das Gefahrtiergesetz NRW im Juli zur Abstimmung?
Erfolg: Gefahrtiergesetz Nordrhein-Westfalen gestoppt!
 

Die restlichen Bundesländer haben bisher keine Regelungen für die Haltung von potentiell gefährlichen Wildtieren auf Landesebene beschlossen oder aber bestehende Regelungen sind inzwischen wieder erloschen.

Selbst auf Bundesebene gibt es, entgegen der Aussage von Tierrechtslobbyisten, Regelungen für die Haltung von potentiell gefährlichen Tieren. Allerdings sind diese Regelungen nicht ausreichend, um eine einheitliche Gesetzgebung und somit Rechtssicherheit zu schaffen. Die Möglichkeiten dafür habe ich hier dargestellt: Exotenhaltung bundeseinheitlich regeln, aber wie?

Die Gefahrtierstudie 2015 ergab, dass domestizierte Tiere sehr viel häufiger eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung darstellen als sogenannte Wildtiere. Restriktive Regelungen, die etablierte Haus- und Heimtiere außer Acht lassen, sind daher als diskriminierend abzulehnen.


1 Kommentar:

  1. Die können verbieten und beschließen was
    sie wollen, ich werde trotzdem weiterhin
    jedes Tier halten, dass ich nunmal halten möchte.

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